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Von der Politik in die Wissenschaft
Seit 1. März
ist Dr. Heide Ahrens-Radlanski Vizepräsidentin für Verwaltung und Finanzen an der Universität Oldenburg.
Die 45-Jährige
aus dem Kreis Celle studierte in Bonn Politik, Kommunikations-wissenschaften und Germanistik.
Sie arbeitete
u. a. für das Bundespresseamt, bei der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und beim Stifterverband der Deutschen Wissenschaft. Zuletzt war sie Dezernentin an der Universität Bremen.
Die Verwaltungschefin wirbt um weitere Einnahmen. Es gebe genügend Potenzial in der Region, sagt sie.
Von Thomas Hellmold
Frage:
Frau Dr. Ahrens-Radlanski, seit gut einem Monat sind Sie im Amt. Wie beurteilen Sie als Import aus dem noch weitgehend gebührenfreien Bremen die Debatte um die Studiengebühren?
Ahrens-Radlanski:
Man merkt, dass die Debatte in Niedersachsen und auch bundesweit noch von großer Unsicherheit geprägt ist: Welche Art von Stellen kann man aus den Beiträgen schöpfen? Was macht man mit befristeten Arbeitsverträgen? Kann auch in Gebäude investiert werden? Die Kernfrage ist, wie man diese Mittel von den normalen Grundmitteln abgrenzt. Insofern bin ich froh, dass wir in Oldenburg inzwischen ein vom Hochschulsenat empfohlenes und vom Präsidium verabschiedetes Konzept haben, das eine klare Marschrichtung vorgibt. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.
Frage:
Die Studiengebühren sollen ja erklärtermaßen zu hundert Prozent in die Lehre einfließen . . .
Ahrens-Radlanski:
. . . ja, sie sollen der Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen dienen. Dazu zählt z. B. auch eine bessere Ausstattung von Lehr- und Laborräumen. Wir haben, auch bedingt durch die Umstellung auf die Bachelor/Master-Studiengänge, in einigen Fächern erhöhten Raumbedarf da wäre es gut, wenn wir aus den Beiträgen zusätzliche Räume finanzieren könnten. Das ist aber noch ein strittiger Punkt.
Frage:
Wie viel werden die Studiengebühren einbringen?
Ahrens-Radlanski:
Wir rechnen mit Einnahmen aus den Studienbeiträgen von knapp drei Millionen Euro pro Semester. Dreiviertel davon werden an die Fakultäten gegeben, ein Viertel wird das Präsidium für zentrale Maßnahmen verwenden.
Frage:
Welche Impulse aus Ihrer Bremer Zeit bringen Sie mit nach Oldenburg?
Ahrens-Radlanski:
In Bremen habe ich mich wesentlich mit der strategischen Planung und Steuerung beschäftigt. Dabei haben besonders die Zielvereinbarungen und das Finanzmanagement eine Rolle gespielt. Dort habe ich gelernt, dass sich interner Wettbewerb und guter Zusammenhalt nicht ausschließen müssen. Das wäre auch mein Ziel für Oldenburg.
Frage:
Welche weiteren Ziele haben Sie sich gesetzt?
Ahrens-Radlanski:
Neben dem Finanzmanagement sind das auch die Themen Energiekostensteuerung und Fundraising. Letzteres ist ein Anliegen, das ich aus meiner Zeit im Stifterverband mitbringe. Ich denke, dass es in der Region weitere Potenziale zur Einwerbung von zusätzlichen Einnahmen gibt.