Oldenburg/Edewecht - Das Stichwort Inklusion beherrscht aktuell zahlreiche Bildungsdebatten in Deutschland. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, ist das gelungene Inklusion.

Welche Wege Lehrende im Oldenburger Land insbesondere im Bereich der Sonderpädagogik beschreiten, erfahren in diesen Tagen zwei Dozenten und eine Studentin der staatlichen Universität in der kurdischen Stadt Dohuk im Nordirak. Die Delegation war einer Einladung der Oldenburger Universitätsprofessorin Monika Ortmann gefolgt.

Ortmann steht schon seit mehreren Jahren in Kontakt mit dem Irak. Die Professorin ist Expertin für Pädagogik bei motorischen und körperlichen Beeinträchtigungen, und weil es in einem Land, das eine so lange Kriegszeit wie der Irak erlebt hat, einen hohen Anteil behinderter Menschen gibt, hat die spezielle Pädagogik dort einen besonderen Stellenwert.

Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern und unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst hat Monika Ortmann einen neuen Studiengang für spezielle Erziehung und Inklusion an der Universität in Dohuk aufgebaut. Die ersten 53 jungen Menschen hatten ihr Studium in dem im Irak einzigartigen Studiengang zum Wintersemester aufgenommen, unter ihnen auch Rezan Sharafni. Die junge Frau und zwei ihrer Dozenten waren am Mittwoch zu Gast am sonderpädagogischen Förderzentrum in Edewecht (Kreis Ammerland).

Im Rahmen ihres Besuchs in dieser Woche standen und stehen noch der Besuch zahlreicher weiterer Bildungseinrichtungen in Oldenburg und Umgebung auf dem Programm. „Wir haben viele interessante Erfahrungen gemacht, von denen wir für unsere praktische Arbeit viel mitnehmen können“, betont der irakische Dozent Dr. Mohamed Said Mohamed.

Ebenso wie Mohamed hofft Monika Ortmann, die erfolgreich gestartete Kooperation zwischen den beiden Universitäten noch lange fortsetzen zu können.

Zugleich sprach Monika Ortmann von „katastrophalen Zuständen“ in Kurdistan und verwies auf Oldenburger Hilfstransporte. Kinderkleidung, Wintersachen und Schuhe würden im Yezidischen Zentrum an der Eidechsenstraße 19 in Kreyenbrück, Telefonnummer (04 41) 4 85 05 55, gesammelt.