Oldenburg/Duhok - Im Rahmen einer Hochschulkooperation haben sieben irakische Dozenten des Studiengangs „Disability Studies and Rehabilitation“ die Oldenburger Universität besucht. Den Abschluss bildete jetzt eine Sommerkonferenz, an der die beiden Präsidenten der Universitäten teilnahmen. Dies ist Teil eines Projektes, das Prof. Monika Ortmann vom Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik an der Uni Oldenburg, 2013 ins Leben gerufen hat.

Der Studiengang, der von der Uni Oldenburg wissenschaftlich begleitet wird, wurde in das irakische Studienangebot aufgenommen. „Das Projekt ist einmalig und erstmalig im Irak“, betont Ortmann. „Es ging dabei um Internationalisierung, aber nicht wie so oft nach Westen. Wir haben die Zusammenarbeit mit einer vernachlässigten Region gesucht.“

Ziel des Studiengangs ist es, Sonderpädagogen auszubilden, die Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in den Schulalltag integrieren können. Die Dozenten und Studenten in der Region Kurdistan können dabei von den Lehrangeboten, Inhalten und der Hochschulmethodik der Oldenburger Wissenschaftler profitieren. „Deutschland ist bekannt für seine wissenschaftliche Expertise“, sagt auch Prof. Mosleh Duhoky, Präsident der Universität Duhok. Daher sei er sehr froh, dass das Projekt zustande gekommen sei.

„Das Interesse ist auch bei den Studenten groß“, weiß Ortmann. Im ersten Jahr hätten sich 53, im zweiten Jahr 140 Studenten in Duhok eingeschrieben – und im Herbst starte der dritte Jahrgang das Studium. Damit diese Studenten eine umfassende Ausbildung bekommen können, erhalten die irakischen Dozenten mehrmals jährlich die Möglichkeit, ihre förderpädagogischen Qualifikationen in Deutschland auszubauen.

„Die Leute hier sind wundervoll“, berichtet Beshkosh Abdullah, die drei Monate in Oldenburg verbracht hat. „Und ich war beeindruckt, wie hier alles organisiert ist.“ Sie habe viele Einrichtungen und Seminare besucht. „Und wir haben auch selbst Vorträge gehalten“, ergänzt ihr Begleiter Farooq Maaroof. Thema sei dabei nicht nur Fachliches gewesen, sondern oftmals auch Kulturelles aus der Heimat. „Wir sind sehr froh, dass wir zwischen zwei Unis eine Brücke gebaut haben“, betont Duhoky.