Bremen - Die private Jacobs University in Bremen schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. 2012 schloss die Elite-Hochschule mit einem Jahresfehlbetrag von 32,3 Millionen Euro (Vorjahr 22,9 Mio) ab. Knapp 10 Millionen Euro entfielen davon auf Rückstellungen und Wertberichtigungen von Studierendendarlehen, sagte der Präsident der Hochschule, Prof. Heinz-Otto Peitgen, am Donnerstag bei der Vorlage des Jahresabschlusses. Der Fehlbetrag sei aus Eigenkapital ausgeglichen worden. „Eine Finanzkrise der Uni ist nicht gegeben.“

Bis 2017 muss die Hochschule gemäß eines trilateralen Vertrags mit der Jacobs Foundation und dem Bremer Senat einen ausgeglichenen Haushalt aufstellen. Bis dahin fließen 81 Millionen Euro von Jacobs und 15 Millionen Euro vom Land Bremen. Ab 2018 zahlt die Jacobs Foundation zehn Jahre lang jährlich zehn Millionen Schweizer Franken (gut 8,1 Millionen Euro).

Erste Anstrengungen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit seien in diesem Jahr schon erfolgreich, sagte Peitgen. Nach seiner Prognose werde das Jahresergebnis 2013 knapp über minus 20 Millionen Euro liegen. Peitgen, der das Amt erst am 1. Januar 2013 übernommen hatte, um den Sanierungskurs zu entwickeln und umzusetzen, gibt das Amt zum Jahresende wieder ab. Es habe keine Übereinstimmung in den Gremien für seine Vorschläge zur weiteren Konsolidierung gegeben, erläuterte der Mathematiker seinen Anfang November verkündeten Rücktritt. Deshalb habe er die Konsequenzen gezogen. „In die Zukunft gibt es immer viele Wege. Aber der das Unternehmen führt, braucht den vollen Rückhalt.“

Die Uni hat nach Angaben Peitgens Darlehensforderungen an etwa 2000 Studenten in Höhe von 23 Millionen Euro. Denn nach dem Modell der Hochschule spielt der finanzielle Hintergrund der Studierenden beim Auswahlverfahren keine Rolle. Die Studiengebühren inklusive Unterbringung auf dem Campus und Verpflegung betragen im Jahr 24 500 Euro. „Die wenigsten Studenten zahlen voll“, sagte Peitgen. Stipendien, Nachlässe und von der Uni gewährte Studierendendarlehen ermöglichten Hochbegabten das Studium an der englischsprachigen Hochschule.

Im September 2001 nahm die Uni mit 100 Studenten den Lehrbetrieb auf. Im laufenden Wintersemester sind 1360 Studierende aus aller Welt eingeschrieben. Studenten aus mehr als 100 Ländern absolvierten ihr Studium in den Ingenieurs-, Natur-, Geistes- oder Sozialwissenschaften.