JEVER - Erstmals werden am Mariengymnasium in Jever (Friesland) zwei Kinder mit dem so genannten Down-Syndrom eingeschult. Hanna und Nike (beide 10) werden ab dem Sommer trotz ihrer Behinderung im Rahmen einer „inklusiven Beschulung“ in der 5. Klasse unterrichtet. Das Mariengymnasium betritt damit Neuland.
„Für uns kam nur eine wohnortnahe Regelschule und keine Förderschule in Frage“, betont die Mutter von Hanna, Christina Haartje-Graalfs aus Jever: „Hanna hat sich bisher ebenso frei in der Gesellschaft entwickelt und bewegt, wie Kinder ohne Behinderung, und möchte diesen Weg gemeinsam mit ihren Freundinnen weiter gehen“.
Die Suche nach einer geeigneten Schule war indes schwierig. Zwar haben laut der UN-Menschenrechtskonvention alle Kinder das Recht, eine Regelschule zu besuchen. Viele Schulen scheuen sich aber vor der Herausforderung oder fühlen sich schlichtweg überfordert. „Es ist in Deutschland für Menschen mit Behinderung immer noch extrem schwierig, das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe einzufordern“, so Christina Haartje-Graalfs.
Das Gymnasium in Jever hat nun die Herausforderung angenommen. Die Mädchen werden innerhalb der Klasse „zieldifferent“ unterrichtet. Mit geschickt organisierter Gruppenarbeit sowie mit Hilfe einer Integrationskraft und eines Sonderpädagogen sei das gut machbar, betont Schulleiterin Dorothe Levin.
