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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Bildung

„Kapitän Meyer“ funkt bald „S.O.S“

25.09.2010

WILHELMSHAVEN JadeWeserPort-Cup 2011: Gegen 8.30 Uhr gleiten die teilnehmenden Schiffe und Großsegler in der aufgehenden Sonne und bei auffrischendem Wind gemächlich entlang des Bontekais gen Kaiser-Wilhelm-Brücke. Vorbei an der „Kapitän Meyer“. Hier weht die Flagge auf Halbmast, denn die alte Dame muss in diesem Jahr an der Kaje liegen bleiben. Sie darf nicht mehr fahren. Ein bisschen so wie in der Schule: Klasse verloren – sitzengeblieben.

Stadt ist Schiffseignerin

„So wird die Situation für die ,Kapitän Meyer’ im nächsten Jahr wohl aussehen“, befürchtet Klaus Vogel als 1. Vorsitzender der Segelkameradschaft Klaus Störtebeker Wilhelmshaven e.V.. Seit 1984 übernimmt der Verein die Pflege und Unterhaltung des alten Tonnenlegers für die Eigentümerin Stadt Wilhelmshaven. Seit 2002 ist die „Kapitän Meyer“ das Flaggschiff des Cups, auf dem nicht nur die Regattabeobachter, sondern auch VIPs, Ehrengäste und Journalisten die Regatta verfolgen. In diesem Jahr wird diese Ära nun wohl zu Ende gehen. Normalerweise ist es für den Verein – auch dank finanzieller Unterstützung durch die Eigentümerin Stadt – kein Problem, für die Alltagsunterhaltung aufzukommen. Das Schiff und seine Antriebsanlage sind technisch im guten Zustand.

Doch 2010 ist für den Schiffsrumpf und den Unterwasserbereich das nötig, was man beim Auto „TÜV“ nennt: Die „Klasse“ muss erneuert werden, wofür die „Kapitän Meyer“ aus dem Wasser und in die Werft müsste. „Wenn nicht ein Wunder geschieht, fehlt dafür schlicht und ergreifend das Geld“ , so Vogel. Die Stadtkassen sind leer, Sponsoren aus der Wirtschaft nicht in Sicht. So wird der neunte JadeWeserPort-Cup wohl erst einmal der letzte aktive Einsatz des maritimen Wahrzeichens bleiben.

Gleichzeitig bricht dann für den Verein eine wichtige Einnahmequelle weg: Die Trauungen auf See, Fahrten mit Firmen und für Feiern, all das würde in Zukunft nur noch am Liegeplatz im Hafen möglich sein. Und auch das Ziel alles „Werkelns“ der Vereinsmitglieder an Bord, das Fahren an sich, fiele aus.

Ein Besuchermagnet am Bontekai würde sie dennoch bleiben. Denn eins ist sicher: Wenn auch vielleicht nicht mehr aus Sicht der Klassifikationsgesellschaften, Klasse hat die 1949 in Bremerhaven gebaute „Kapitän Meyer“ allemal.

Als Arbeitsschiff eingesetzt

Als Deutschlands letztes mit Dampfmaschinen angetriebenes Arbeitsschiff war sie bis 1983 als Seezeichendampfer sowie als Versorger für die in der Nordsee stationierten Feuerschiffe und die Insel Helgoland im aktiven Dienst. 1984 wurde das Doppelschraubendampfschiff mit Eisklasse zu einem Exponat des Wilhelmshavener Museumshafens, von wo sie eineinhalb Jahre später – von der Segelkameradschaft wieder fahrbereit gemacht – als Traditionsschiff wieder ablegte. Am 2. Oktober 2010 heißt es auf der „Kapitän Meyer“ mit mehr als 350 000 Seemeilen auf dem Buckel noch einmal: „Alles los vorn und achtern“, um dann, am Ende der Regatta, als Begleitschiff des JadeWeserPort-Cups für immer abzumustern.

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