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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Bildung

Kaum männliche Lehrer an Grundschulen

16.02.2015

Im nordwesten Niedersachsens Grundschulen werden immer weiblicher. Nach Angaben des Kultusministeriums ist der Männeranteil in den Kollegien der Grundschulen in den vergangenen 25 Jahren von 18,2 Prozent auf 11,77 Prozent zum Stichtag 22. September 2014 gesunken.

Zu diesem Zeitpunkt unterrichteten landesweit 22 882 Lehrkräfte an öffentlichen Grundschulen oder Primarschulzweigen. Davon waren lediglich 2694 männlich. Damit lag der Landesdurchschnitt weiblicher Grundschullehrkräfte im vergangenen Jahr bei 88,23 Prozent.

Nach einem Bericht im „rundblick“, ein unabhängiger Redaktionsdienst für niedersächsische Landespolitik, erreichen einige Landkreise und kreisfreie Städte Spitzenwerte von mehr als 91 Prozent oder lagen knapp an der 91-Prozent-Marke, wie etwa Vechta. Mit der Initiative „Grundschullehrer: Das passt zu mir!“ will das Ministerium mehr Männer in die Primarschulen locken.

Weder von der Niedersächsischen Schulbehörde noch vom Kultusministerium waren auf NWZ-Anfrage Zahlen zu den Landkreisen und Städten im Oldenburger Land zu erfahren.

Unterdessen bildet sich auch an den Grundschulen der Stadt Oldenburg das extreme Missverhältnis von Frauen und Männern bei den Grundschullehrkräften ab.

Die Hermann-Ehlers-Schule mit ihren 180 Schülern liegt bei einem Verhältnis von zwölf Lehrerinnen und drei Lehrern noch überdurchschnittlich da. Leiter Reinhard Struß, der das Phänomen auch auf Verdienst- und Prestigegründe zurückführt, sagt: „Genauso wie man darum kämpft, dass es viele Lehrer mit Migrationshintergrund gibt, sollte es auch viele Lehrkräfte mit ,Männlichkeitshintergrund’ geben, damit die Vielfalt der Gesellschaft, in der die Kinder leben, sich auch in der Schule abbildet.“

Das bedeute auch, „dass man junge Männer für die Arbeit mit Kindern begeistern muss“, so dass die Grundvoraussetzung für die Entwicklungsarbeit in der Grundschule gelingen könne. Struß freut sich jedesmal, wenn sich nicht ausschließlich Mädchen, sondern auch Jungen in der zehnten Klasse um ein Praktikum in der Grundschule bemühen.

Die Evangelische und die Katholische Erwachsenenbildung in Oldenburg haben auch angesichts fehlender Rolenvorbilder für Jungen das Projekt „Parole Emil“ aufgelegt. Bewusst werden hier die Bedürfnisse und die Stärken der Jungen in den Blick genommen. Die Universität begleitet das Jungenpädagogik-Projekt. Einige Kindergärten und Grundschulen nutzen das Angebot bereits. Zurzeit läuft ein sehr gut besuchter Kurs der „Parole Emil“ für Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte auch im Landkreis Friesland, wo männliche Kollegen an Grundschulen ebenfalls die Ausnahme sind.

So unterrichtet in der Gemeinde Bockhorn kein einziger Lehrer an den beiden Grundschulen. In Grabstede gibt es ebenfalls keinen männlichen Lehrer im Kollegium, außer einem für ein halbes Jahr abgestellten Sportlehrer. Auch in Varel-Stadt unterrichtet kein Mann im Kollegium der innenstadtnahen Grundschule am Schlossplatz. An den beiden Grundschulen in Zetel unterrichten insgesamt nur drei Männer.


Mehr Infos über „Parole Emil“ unter   www.eeb-oldenburg.de