Oldenburg/Vechta/Wilhelmshaven - Obwohl es immer mehr Professoren an Deutschlands Universitäten gibt, verschlechtert sich das Betreuungsverhältnis weiterhin. Das Oldenburger Land macht da keine Ausnahme. Laut eigenen Angaben gibt es an der Universität Vechta seit dem Wintersemester 2016/2017 5350 Studenten. 64 Professoren sind an der Universität (Stand Dezember 2015) beschäftigt. Das heißt, dass ein Professor in Vechta rund 84 Studenten zu betreuen hat. Bundesweit kommt ein Professor im Schnitt auf 67 Studenten (Stand 2015) – und in Niedersachsen betreut ein Professor rund 62 Studenten. 2014 lag der Schnitt noch bundesweit bei 66 Studierenden pro Professor.

Nicht nur Vechta, sondern auch Oldenburg liegt über dem Durchschnitt – sowohl bundes- als auch niedersachsenweit. Nach eigenen Angaben hat die Universität Oldenburg 13 673 Studenten (Stand Sommersemester 2016), bei 201 Professoren (Stand Dezember 2015).

Damit liegt die Quote in Oldenburg bei 68 Studenten pro Professor. Prinzipiell könne die Uni daran auch nichts ändern, teilt Uni-Sprecher Volker Sandmann mit. Dies könne nur das Land Niedersachsen, in dem es zusätzliche Professorenstellen schafft und diese der Universität zuweist. „Das geschieht derzeit für die Medizin und die Sonderpädagogik“, sagt Sandmann.

Allerdings setze sich die Universität Oldenburg für zweckgebundene Gelder zur Verbesserung der Lehre ein. „Unsere Studierenden werden natürlich nicht nur von Professoren, sondern auch vom akademischen Mittelbau – also der großen Gruppe wissenschaftlichen Mitarbeiter – sowie von Lehrbeauftragten und Privatdozenten betreut“, so Sandmann.

Deutlich besser sieht der Betreuungsschlüssel an den Hochschulen aus. Sie wurden auch nicht von der Zeitschrift „Forschung und Lehre“ berücksichtigt, die die Betreuungsverhältnisse auswertete. Die Jade-Hochschule, die in Wilhelmshaven, Oldenburg und Elsfleth Standorte unterhält, hat aktuell 216 Professoren bei 7600 Studierenden. Das ist ein Verhältnis von 40 Studierenden pro Professor.

Die Jade Hochschule habe 29 Professuren mehr als noch 2015. Dabei seien noch nicht einmal alle Professuren vergeben, die durch das Fachhochschulentwicklungsprogramm (FEP) der Niedersächsischen Landesregierung gefördert würde, sagt Prof. Dr. Manfred Weisensee, Präsident der Jade-Hochschule. „Derzeit ist es in keinem Fach besonders leicht, hoch qualifizierte Professoren zu finden“, so Weisensee. Traditionell sei es in den Ingenieur- und Informatik-Fächern besonders schwierig.