Hannover - Die Kosten für den umstrittenen Libeskind-Bau der Leuphana Universität in Lüneburg sind weiter gestiegen. Das Wissenschaftsministerium in Hannover bezifferte die Gesamtkosten für den Prestige-Bau auf 76 Millionen Euro. Das sind 18,3 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt. Das Ministerium kannte die Zahlen seit Ende September, machte sie aber erst nach einem Medienbericht am Freitag öffentlich.

Der Bund der Steuerzahler forderte Aufklärung über die Gründe der Kostensteigerung um knapp 32 Prozent. Ursprünglich sollte das von US-Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene Zentralgebäude 57,7 Millionen Euro kosten. Nach Angaben von Ministeriumssprecher Werner Nording hat die Hochschule angekündigt, den finanziellen Mehrbedarf selbst zu tragen. Wie sie das machen wolle, sei aber noch unklar. Die Uni habe noch nicht ihren Finanzierungsplan vorgelegt, sagte Nording. Die Berechnungen der Hochschule würden derzeit von der Oberfinanzdirektion und dann vom Landesrechnungshof geprüft.

Die Hochschule selbst erklärte, der Nachfinanzierungsbedarf liege lediglich bei 7,5 Millionen Euro. Daran habe sich seit der Sitzung des Stiftungsrates der Leuphana im Juni nichts geändert. Hintergrund seien unter anderem gestiegene Baukosten. Der Steuerzahlerbund nannte die Zahlen widersprüchlich und forderte die Uni auf, die Ursachen für die gestiegenen Baukosten und die Finanzierung transparent zu machen.

Der futuristische Bau soll im August 2015 fertiggestellt sein. Niedersachsen stellt 21 Millionen Euro für das Projekt bereit. Der Libeskind-Bau war wegen Unregelmäßigkeiten bereits ins Visier des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung geraten.