Oldenburg - Zum ersten Mal in der noch jungen Geschichte der Medizinischen Fakultät der Universität Oldenburg hat es eine Antrittsvorlesung eines Arztes gegeben: Prof. Dr. Dr. Klaus Peter Kohse, Direktor des Institutes für Laboratoriumsmedizin des Klinikums Oldenburg, wird damit als Mitglied in den Lehrkörper aufgenommen und übernimmt die erste außerplanmäßige Professur.
Die feierliche Überreichung der Urkunden erfolgte durch die Vizepräsidentin der Universität, Prof. Dr. Gunilla Budde, und den Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Erik Harms.
Kohse gehörte zuvor dem Lehrkörper der Universität Göttingen an. „Der nun auch ganz offizielle Wechsel an die Universität Oldenburg war für mich eine Selbstverständlichkeit. Denn ich bin schon lange in Oldenburg tätig, und ich habe seit über zehn Jahren mit Professor Raab das Ziel verfolgt, dass diese Fakultät Wirklichkeit wird. Für mich ist das ein großer Tag“, sagte Kohse.
Besonders reizvoll ist es für ihn, am Aufbau der Versorgungsforschung mitzuwirken. Die Versorgungsforschung wird zukünftig neben der Neurosensorik einer der beiden Forschungsschwerpunkte der Fakultät sein. Fachübergreifend wird dabei untersucht, wie die Bürger mit Gesundheitsleistungen versorgt sind und was daran verbessert werden kann.
Es geht bei der Versorgungsforschung also nicht um einzelne Krankheiten, sondern um die Erforschung und Verbesserung des Gesundheitssystems mit seinen Strukturen, Prozessen und Ergebnissen.
„Die Versorgungsforschung soll bei uns ein deutlich größeres Gewicht bekommen, als an den meisten anderen Universitäten“, sagte Prof. Hans-Rudolf Raab, Prodekan der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften und Direktor der Universitätsklinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie des Klinikums Oldenburg. Dazu ist ein großes Institut mit sechs Professuren geplant. Eines der wichtigen Gebiete für die Versorgungsforschung ist die Labormedizin und Hygiene. Dabei dürften die Erfahrungen, die Kohse in seinem Institut in Oldenburg gesammelt hat, von großem Nutzen sein.
Im Oktober 2012 hat die European Medical School Oldenburg-Groningen ihren Betrieb aufgenommen. Seitdem können in Oldenburg junge Menschen Medizin studieren.
