Hannover - Das Kultusministerium hat 136 neue Ganztagsschulen genehmigt, die zum kommenden Schuljahr an den Start gehen sollen. Die Anträge von 22 Oberschulen sollen ebenfalls positiv beschieden werden, sind aber noch im Verfahren. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sieht darin einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Ganztagsschulangebot in Niedersachsen.
Heiligenstadt räumte allerdings ein, dass die jetzt geplante Ausstattung der Schulen mit zusätzlichen Lehrerstellen und Stunden nicht ausreichend sei. Die Opposition warf der Ministerin deshalb vor, die Wahlversprechen der rot-grünen Landesregierung bei den Ganztagsschulen nicht einzuhalten.
„Ganztagsschulen sorgen für mehr Chancengleichheit und ermöglichen eine bessere Förderung unserer Kinder“, sagte Heiligenstadt am Freitag in Hannover. Insgesamt investiert das Land 4,7 Millionen Euro in den Ganztagsausbau. Davon gehen knapp zwei Millionen Euro an die seit 2009 neu gegründeten Integrierten Gesamtschulen. 41 sind in den vergangenen fünf Jahren gegründet worden, nach den Sommerferien kommen fünf weitere dazu. Sie alle erhalten eine zusätzliche Lehrerstelle. Rot/Grün hatte im Wahlkampf angekündigt, die Benachteiligung von Gesamtschulen zu beenden. Die neuen Gesamtschulen seien trotz der Zusatzstelle noch nicht so gut ausgestattet wie die von Schwarz/Gelb auf den Weg gebrachten Oberschulen, erklärte die Ministerin.
Die Opposition sieht das anders. „Niedersachsen droht ein Monopol der Gesamtschulen“, warnte der CDU-Schulpolitiker Kai Seefried. Die Leidtragenden seien Grundschulen und Gymnasien. Der FDP-Abgeordnete Björn Försterling sprach von einer Bevorzugung der Gesamtschulen. Diese bekämen zusätzliche Lehrerstellen, während für die anderen Schulformen kein Geld da sei.
Heiligenstadt betonte, dass alle Anträge von Schulen genehmigt worden seien. 108 der 158 neuen Ganztagsschulen seien Grundschulen. Zur Finanzierung des Ganztagsausbaus sollen jetzt Mittel umgeschichtet werden.
