Hannover - Niedersachsen will den zweisprachigen Unterricht an den Schulen im Land ausbauen. Schon in den vergangenen Jahren stieg das Angebot deutlich, sagte die Sprecherin des Kultusministeriums in Hannover, Susanne Schrammar. „Das Land legt großen Wert auf den Ausbau von bilingualem Fachunterricht, weil internationale Studien zeigen, dass Schüler, die dieses Angebot nutzen können, einen großen Vorsprung in der Fremdsprache vor anderen Mitschülern haben“, sagte die Sprecherin.

Ausgebaut werden soll nun vor allem das Angebot für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Mädchen und Jungen, die zweisprachig groß würden, verfügten damit über eine wichtige Ressource, die weiterentwickelt werden müsse, erklärte das Ministerium. Beschlossen wurde in diesem Jahr unter anderem, dass das Unterrichts-Angebot für Kinder in ihrer Muttersprache auch auf die weiterführenden Schulen ausgeweitet werden soll.

Bilinguale Klassen gibt es inzwischen an neun Grundschulen. In Wolfsburg etwa gibt es eine deutsch-italienische Grundschule und deutsch-spanische Grundschulklassen – in die VW-Stadt zogen in den 60er-Jahren viele Gastarbeiter aus Südeuropa. In Hannover wird in einer Grundschule auch auf Türkisch unterrichtet, in einer anderen auf Französisch, in Osnabrück auf Italienisch, in Göttingen auf Englisch.

Vor allem an weiterführenden Schulen wurde das Angebot des zweisprachigen Unterrichts in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Nach den Zahlen der Landesschulbehörde wurden 2013 allein 2600 Schüler an 120 Schulen in der Oberstufe bilingual unterrichtet – 2008 waren es 68 Schulen. Überwiegend wird dort auf Englisch unterrichtet. Vereinzelt gibt es auch Angebote in Französisch, Spanisch, Italienisch und Niederländisch. Niedersachsen möchte aber auch Plattdeutsch und Saterfriesisch als eigenständige Sprachen pflegen.