Hannover - Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic will mit Hilfe einer Quote mehr Frauen in die Top-Positionen der Hochschulen befördern. Angestrebt sei eine Zielquote von 40 Prozent für alle wichtigen Steuerungsgremien, sagte die Grünen-Politikerin am Montag. „Auch die Hochschulen sind ganz klar männerdominiert. Je höher die Positionen werden, desto dünner ist der Frauenanteil“, betonte die Ministerin. Wirtschaft und Hochschulen nehmen sich aus ihrer Sicht in diesem Punkt nicht viel.

Unter den Professoren lag der Frauenanteil bundesweit Ende 2011 bei knapp 20 Prozent. Niedersachsen steht mit einer Quote von 23,4 Prozent ein wenig besser da. Neben der Quote von 40 Prozent für die Führungsebene will Heinen-Kljajic gemeinsam mit den Hochschulen prüfen, wie sich das sogenannte Kaskaden-Modell umsetzen lässt. Dabei geht es darum, auf jeder Hierarchie-Ebene den Frauenanteil zu erreichen, der auf der darunter liegenden Ebene besteht.

Wenn etwa im Fachbereich Betriebswirtschaften der Frauenanteil bei den Studienabsolventen bei 60 Prozent liegt, muss dieser Anteil auch bei den Doktoranden angestrebt werden. „Das ist ein kompliziertes Verfahren, deshalb wollen wir das in enger Abstimmung mit den Hochschulen machen“, kündigte die Ministerin an.

Bei den Abschlüssen liegen die Studentinnen in Niedersachsen schon deutlich vor ihren männlichen Kollegen. 57,5 Prozent der Studienabsolventen 2011 waren Frauen – deutlich mehr als im Bundesschnitt (53,9 Prozent).