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Sprache Mit kleinen Kärtchen Platt lernen

Oldenburg - „Ik heb ne Koh“, sagt Birgit Brokhage, Leiterin der katholischen Grundschule Harlingerstraße, als sie ihre Karte umgedreht hat. Doch wo ist nur die andere Koh (Kuh) fragt sie sich beim Blick auf den Tisch mit mehr als 60 kleinen, quadratischen Plättchen?

Mit Brokhage am Tisch sitzen drei Schülerinnen sowie Thomas Kossendey und Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic. Gemeinsam spielen sie das neue plattdeutsche Gedächtnisspiel „Mark di dat!“ (Merk dir das!). Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, und die Ministerin hatten die Exemplare am Montagmorgen in der Oldenburger Schule überreicht. Die katholische Schule Harlingerstraße ist eine von 70 plattdeutschen Projektschulen in Niedersachsen.

Platt spielerisch lernen

Das Spiel soll Kindern die plattdeutsche Sprache auf spielerischer Art und Weise näher bringen. Und diese testen das Spiel gleich mit Freude und sind mittendrin im Plattdeutschen. Denn nicht nur die Begriffe auf den Karten werden auf Platt vorgelesen, auch während des Spielens unterhalten sich die Schüler ohne Probleme in der niederdeutschen Sprache.

Entstanden sei das Gedächtnisspiel bei einem Ideenaustausch, erklärt Elke Brückmann vom Plattdeutschbüro der Ostfriesischen Landschaft. Ziel sei es gewesen, etwas zu entwickeln, dass die plattdeutsche Sprache in Kindergärten und Schulen stärke.

„Die Entwicklung des Spiels hat fast ein halbes Jahr gedauert“, berichtet Brückmann. Zunächst habe sich das Projektteam überlegen müssen, wie viele Karten das Gedächtnisspiel haben sollte und welche Begriffe geeignet seien. Und die Auswahl der Begriffe sei ein großes Problem gewesen, denn in den sechs Gebieten der Landschaften werde unterschiedliches Platt gesprochen und geschrieben.

Chancenlos gegen Kinder

So mussten Begriffe gefunden werden, die nah bei den Kindern und in allen Plattdeutsch-Formen gleich sind. „Ich habe mich dann mit einem Wörterbuch hingesetzt und geguckt, welche Wörter passen und sich zeichnen lassen“, ergänzt Brückmann.

Nachdem die Karten von einem Auricher Grafiker gezeichnet worden waren, wurden letzte Korrekturen, wie das Austauschen von Karten, am Spiel vorgenommen. So habe sich beispielsweise der Bauch einfach schwer zeichnerisch darstellen lassen. Der Name sei schließlich auf Vorschlag von Dr. Rolf Bärenfänger, Geschäftsführer der Ostfriesischen Landschaft, ausgesucht worden.

Den Schülern jedenfalls gefiel das Gedächtnisspiel – und die Erwachsenen mussten sich den jungen Zockern häufig geschlagen geben. So stellte Ilse Gerdes von der ostfriesischen Landschaft schmunzelnd fest: „Gegen die Kinder hat man keine Chance.“

Auch Brokhage hatte nicht das erhoffte Glück: Die nächste Karte, die sie umgedreht hatte, war leider keine „Koh“. Und so musste die Schulleiterin zugucken, wie ihre jungen Mitspieler ein Kartenpärchen nach dem anderen bildeten und deren Plättchenstapel immer weiter wuchs.

Renke Hemken-Wulf
Renke Hemken-Wulf Redaktion Münsterland
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