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FRAGE:
Frau Al-Shamery, die Universität Oldenburg bietet Jugendlichen ein Frühstudium an. Bleibt den Schülerinnen und Schülern dafür überhaupt genug Zeit?
AL-SHAMERY
: Wir wollen mit dem Frühstudium besonders begabte Schülerinnen und Schüler ansprechen, die im Unterricht oft unterfordert sind. Nach unseren Erfahrungen, die wir schon seit sechs Jahren machen, bleiben bis zur Hälfte der Jugendlichen auch länger als ein Semester dabei. Wer beim Frühstudium mitmacht, hat erstaunlicherweise meist auch noch Zeit zum Beispiel für ehrenamtliches Engagement, Theaterspiel oder sportliche Aktivitäten. Sie bringen auch das Thema Universität in die Schulen und machen ihre Klassenkameraden neugierig.
FRAGE:
Wer gilt eigentlich als besonders begabt ?
AL-SHAMERY
: An erster Stelle steht die Beurteilung durch die Lehrkräfte, die die Jugendlichen schon länger kennen und sie zu einem Frühstudium ermuntern. Auswahlkriterien sind zum Beispiel gute Schulnoten, hohes Engagement oder eine erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben. In Auswahlgesprächen an der Uni wird vor allem geprüft, ob die Jugendlichen in der Lage sind, komplexe fachliche Fragestellungen zu erfassen.
FRAGE:
Welche Fächer sind besonders gefragt?
AL-SHAMERY
: Schwerpunkte sind die naturwissenschaftlichen Fächer, Informatik und Geschichte.
FRAGE:
Was bringt das Frühstudium für das eigentliche Studium?
AL-SHAMERY
: Die Jugendlichen nehmen zusammen mit Studierenden am regulären Vorlesungsbetrieb mit Abschlussprüfungen teil. Die Module werden bei einem Studium angerechnet.
FRAGE:
Wie alt war der bisher jüngste Studierende?
AL-SHAMERY
: Der jüngste Frühstudent hat schon mit 13 Jahren angefangen. Vor seinem Abitur hatte er bereits sieben Module mit Bestnoten abgeschlossen und damit das Basis-Curriculum in der Tasche.
Dr. Katharina Al-Shamery
ist Vizepräsidentin Forschung an der Universität Oldenburg. Die 52-jährige Professorin beschäftigt sich als Chemikerin vor allem mit Nanotechnologie und Nanophotonik. Al-Shamery wurde auch als „Ombudsman für die Wissenschaft“ berufen.