NEUENKRUGE - Die Ehemaligen sahen die alte Heimat wieder. Das Interesse am Schultreffen war groß.
von renate dierks
NEUENKRUGE - Nach fünf Jahren organisierte der Ortsbürgerverein Neuenkruge wieder ein Gemeinschafts-Klassentreffen. Eingeladen waren dazu alle Jahrgänge, die bis 1955 in der Neuenkruger Schule eingeschult worden waren. Mitorganisatorin Ursula Ecker freute sich über die gute Beteiligung, denn nicht weniger als 165 ehemalige Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich zum Treffen im Gasthof „Zur Mühle“ in Neuenkruge eingefunden. Die weiteste Anreise hatten Werner und Herbert Konetzka auf sich genommen, beide waren extra über den „großen Teich“ aus Kanada angereist. Die gebürtigen Ostpreußen hatten während des zweiten Weltkrieges als Flüchtlingskinder ihre gesamte Schulzeit in Neuenkruge verbracht.Der Vater kehrte erst nach dem Kriegsende aus der Gefangenschaft zurück. Anfang der fünfziger Jahre wanderten beide aufgrund von Mangel an Arbeitsplätzen von Deutschland nach Kanada aus, weitere Geschwister folgten im Laufe der Jahre. Bei einem seiner früheren Besuche in Deutschland hinterlegte Herbert Konetzka seine Adresse im Laden von Ursula Ecker in Neuenkruge, „falls mal ein Klassentreffen stattfinden sollte".
Als jetzt bei den Brüdern in Kanada eine Einladung zum Klassentreffen auf dem Tisch lag, sagten beide nach kurzer Rücksprache kurzentschlossen ihre Teilnahme zu. Beide konnten sich noch lebhaft an ihre Schulzeit erinnern. „Vor allem die Eigenarten der Lehrer sind uns in Erinnerung geblieben. Nachdem ich damals die großen Schuhe des Lehrers Pöpken scherzhaft als Geigenkästen bezeichnet hatte, musste ich zur Strafe immer die plattdeutschen Texte vorlesen. Der Unterricht fand damals häufig noch in Plattdeutsch statt und ich als Ostpreuße konnte natürlich kein Plattdeutsch und hatte damit schon von vornherein schlechte Karten“, erinnerte sich Werner Konetzka. „Mir ist bis heute besonders Lehrer Ahlers in positiver Erinnerung geblieben, das war der beste Lehrer, den ich je hatte, ich habe bei ihm fürs ganze Leben gelernt. Ihn habe ich sogar 1974 noch mal in Oldenburg besucht“, fügte Herbert Konetzka hinzu.
Im Anschluss fand noch eine gemeinsame Rundfahrt mit dem Bus durch die alte Heimat Neuenkruge, Westerholtsfelde und Mansholt statt.
