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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Bildung

Neuer Studiengang An Uni Oldenburg: „Im Bereich zwischen Medizin und Physik gab es eine Lücke“

13.07.2017
Frage: Sitzen drei Professoren in der Kneipe. Sagt der eine: „Lass uns doch mal einen neuen Studiengang erfinden.“...

Kollmeier: ...also so ist es nicht gewesen.

Frage: Sie meinen, als Sie maßgeblich an der Entwicklung des neuen Studienganges Physik, Technik und Medizin beteiligt gewesen sind?

Kollmeier: Genau. Wir haben vielmehr mit unserem Exzellenzcluster und der neuen medizinischen Fakultät einige neue Professoren dazugewonnen. Und wir hatten noch nicht alle Potenziale aus der Forschung für die Lehre ausgeschöpft, um Studierende für unser Forschungsspektrum zu begeistern und zu qualifizieren.

Frage: Ihnen war langweilig?

Kollmeier: Nein (lacht). In dem Bereich zwischen Medizin und Physik, da hat es noch eine Lücke gegeben. Und die haben wir jetzt mit dem neuen Studiengang geschlossen.

Frage: Physik, Technik und Medizin. Ganz schön sperriger Name. Was bringen Sie Ihren Studenten denn eigentlich bei?

Kollmeier: Die Studieninhalte sind eine Kombination aus mehreren Disziplinen. Und längst ist klar, dass die Physik und die Medizin an den Rändern immer weiter zusammenwachsen. Die Medizintechnik ist eine der am stärksten wachsenden Branchen.

Frage: Mal ganz konkret: Was passiert inhaltlich in dem neuen Studiengang?

Kollmeier: Zunächst sei bemerkt, dass wir sowohl auf Bachelor- als auch auf Masterniveau ausbilden. Masterabsolventen sollen in der Lage sein, Medizin als Wissenschaft zu betreiben. Da geht es um das Erforschen von Grundlagen und Anwendungen in der Medizin. Ärzte in der Klinik haben kaum Zeit zu forschen, sie brauchen Wissenschaftler als Partner, die genügend Hintergrundwissen haben und Methoden kennen. Da geht es um Fragen wie: Mit welcher innovativen Technik kann ich ein bestimmtes medizinisches Problem lösen? Unsere Absolventen würde ich als forschungsstarke Medizin-Wissenschaftler bezeichnen. Natürlich behandeln sie keine Patienten.

Frage: Sondern?

Kollmeier: Eine der Oldenburger Fragestellungen ist: Wie funktioniert das Gehirn? Dazu arbeiten wir mit der sogenannten Neurobildgebung. Das bedeutet: Welche neuen Diagnoseverfahren gibt es, um Störungen der Hirnfunktion sichtbar zu machen? Wie kann man das auf Bildern sehen? Wie kann man maschinelles Lernen auf Computern einsetzen, um das Verfahren besser zu machen und besser interpretieren zu können? Unsere Studenten werden die Methoden weiterentwickeln und lernen, die richtigen Fragen zu stellen.

Frage: Hat der Markt denn noch auf Medizintechniker aus Oldenburg gewartet?

Kollmeier: Auf jeden Fall. Wir haben natürlich vorher Rückmeldungen aus der Industrie über den Personalbedarf bekommen. Schon jetzt ist es ja so, dass wir mit der Ausbildung von Absolventen im Exzellenzcluster kaum hinterherkommen. Natürlich gibt es viele Studienorte, die einen Medizintechnikstudiengang haben. Mit denen sind wir in gewisser Weise in Konkurrenz. Dennoch haben wir Alleinstellungsmerkmale.

Frage: Nämlich?

Kollmeier: Wir sind ganz eng an den Exzellenzcluster Hearing4all angeschlossen. Und es gibt deutschlandweit und fächerübergreifend nur 43 solcher Cluster. In der Medizin gibt es davon sogar nur sieben…

Frage: ...die ein besonders geförderter Zusammenschluss von herausragenden Wissenschaftlern sind, die zu einem Thema von gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Relevanz forschen.

Kollemeier: Genau. Außerdem bilden wir in Oldenburg keine reinen Ingenieure aus. Unsere Absolventen sind auch keine reinen Physiker oder Mediziner, sondern beherrschen die Mischung aus allem.

Frage: Am 15. Juli ist schon Bewerbungsschluss. Wie viele Plätze gibt es?

Kollmeier: Für den Bachelor haben wir 32 Studienplätze, für den Master 24. Wir sind überzeugt, dass der Studiengang ein Erfolg wird.

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Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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