Hannover - Die Niedersachsen sind fleißige Erfinder. Das zeigt die Statistik: Mit 2924 Patentanmeldungen im vergangenen Jahr belegte das Land den vierten Platz im deutschlandweiten Vergleich, teilte das Deutsche Patent- und Markenamt mit. In Bremen hingegen wurden im vergangenen Jahr nur 160 Patenten angemeldet. Damit belegt die Hansestadt den letzten Platz der Statistik.
Durchschnittlich werden rund zwei Drittel der Patentanmeldungen von großen Konzernen durchgeführt, nur ein Drittel von Privatpersonen und kleinen Unternehmen. Die meisten Erfindungen in Niedersachsen stammen aus dem Bereich Umwelttechnik, wie ein intelligenter Stromzähler, der erkennt, ob gewonnener Solarstrom gespeichert, verbraucht oder ins Netz eingespeist wird.
„In Niedersachsen sind viele kluge Köpfe, die sich Gedanken um die Energienutzung und Stromeinspeisung machen“, sagte Tobias Braunsberger, Patentingenieur beim Erfindungszen-trum Norddeutschland. Viele Erfindungen aus diesem Bereich kämen aus technischen Hochschulen im Land.
Auch die wohl erfolgreichste Erfindung aus Niedersachsen kam aus einer Hochschule. 1984 meldete der Student Holger Sedlak einen Kryptographiechip zum Patent an. 1996 kam er auf den Markt und sorgt seitdem auf SIM- und Geldkarten für eine sichere Kommunikation. „Der befindet sich heutzutage in jedem Handy und fast jedem Portemonnaie“, sagte Braunsberger. So erfolgreich sind längst nicht alle Erfindungen aus Niedersachsen. Rund zwei Drittel der Patentanmeldungen werden abgelehnt, weil es diese oder eine ähnliche Erfindung bereits gibt oder sie nicht funktioniert.
