OLDENBURG - Eine medizinische Fakultät muss an die Universität Oldenburg kommen – darin waren sich alle Redner bei der offiziellen Amtseinführung der neuen Oldenburger Uni-Präsidentin Professorin Dr. Babette Simon am Freitag einig. Die Universität habe ihre Bereitschaft zu Wandel und Veränderung stets unter Beweis gestellt, sagte der niedersächsische Wissenschafts- und Kulturminister Lutz Stratmann (CDU) bei dem Festakt.

Als jüngstes Beispiel nannte Stratmann die Pläne für die „European Medical School“ in Kooperation mit der Uni Groningen mit Bachelor- und Master-Abschluss zwischen den Universitäten Oldenburg und Groningen.. „Ich hoffe, dass der Wissenschaftsrat das Konzept noch im Mai für gut befindet“, sagte der Minister. Die Universität mit solidarischen Kraftanstrengungen in eine sichere Zukunft zu führen, gehöre zu den schwierigsten, aber auch wichtig­sten Aufgaben der neuen Präsidentin, erklärte Stratmann und sicherte Simon „nachhaltige Unterstützung“ zu. Ein wichtiges Thema sei aber auch die Kooperation mit der Jade-Hochschule und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.

An den langen Findungsprozess bei der Suche nach einer neue Uni-Führung erinnerte Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des Hochschulrates. Er bescheinigte der neue Präsidentin die Fähigkeit, klare Positionen zu beziehen. „ Sie sind offen für neues Gedankengut und geben dieser Universität ein sympathisches Gesicht“, sagte Brinker. Um die Universität in der deutschen Forschungslandschaft deutlich zu positionieren, sei auch das Medizinstudium wichtig, das aber nicht zu Lasten anderer Fakultäten gehen dürfe.

Im Sinn einer kontinuierlichen Aufwertung des Universitätsstandorts ist Babette Simon für Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner „die richtige Person am richtigen Platz, nicht nur für die European Medical School, für die hoffentlich bald grünes Licht kommt, sondern auch mit Blick auf die Entwicklung der Stadt und der Universität“.

Die Positionierung der Universität in den nächsten Jahren bleibt für Michael Wefers, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Oldenburg, eine wichtige Herausforderung für die Zukunft. Dazu gehöre auch der Medizinstudiengang – „zum Wohl der gesamten Region“. Als Sprecher der Studenten wünschten Kathrin Hamann und Nikolaj Schulte-Wörmann der neuen Präsidentin viel Erfolg in ihrer Amtszeit und sagten ihre volle Unterstützung zu.

Oldenburg zu einem der auch international attraktivsten Hochschulstandorte für Studierende zu machen, nannte Simon als eines ihrer wichtigsten Ziele. Für die Zukunftsfähigkeit der Universität stellte sie die Menschen in den Mittelpunkt: „Sie sind die wertvollste Ressource!“

Mit „Universitäten am Scheideweg“ beschäftigte sich Prof. Dr. Dr. Wolfgang Frühwald, Ehrenpräsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Er gab der neuen Präsidentin keine Ratschläge mit auf den Weg, sondern skizzierte mit Beispielen aus seinem Studium und seiner späteren Arbeit Veränderungen an Universitäten und gab so Anregungen für die künftige Arbeit.