OLDENBURG - OLDENBURG - Universitätsprofessoren nehmen Kinder durchaus ernst. Es soll sogar Professoren geben, die für die Vorbereitung ihrer Vorlesung an der Kinder-Universität Oldenburg 30- bis 40mal mehr Zeit aufwenden als für den normalen Vorlesungsbetrieb mit erwachsenen Studenten . . .

Ja, die Kinder-Universität entwickelt sich zur konstanten Erfolgsgeschichte. Schon mehr als 22 000 kleine Hörerinnen und Hörer hat sie in den drei Jahren ihres Bestehens in den Bann gezogen, und der Ansturm auf die Eintrittskarten ist so groß wie am ersten Tag. „Es gab noch keine Vorlesung, die nicht ausverkauft war“, versicherte der Sprecher der Universität, Gerhard Harms, am Montag bei der Vorstellung des Programms fürs vierte Jahr.

Sieben Vorlesungen, in denen Acht- bis Zwölfjährige ihren kindlichen Wissensdurst stillen können, stehen wieder an, vier im Frühlingssemester (siehe Info-Kasten) und drei im Herbst. Auch Universitätspräsident Professor Dr. Uwe Schneidewind ist „fasziniert“ von der ungebrochenen Resonanz, und er ist froh, „dass uns die Referenten nicht ausgehen“, denn deren Job sei alles andere als trivial. Den Präsidenten treibt die Vision einer „Uni von 9 bis 90“, der Hochschule also als Bildungsort, den man von früher Schulzeit bis ins hohe Alter aufsucht. Senioren-Angebote gibt es bereits länger in Oldenburg, seit vergangenem Jahr können hochbegabte Schüler schon während ihrer Gymnasiallaufbahn Hochschulluft schnuppern, und die Kinder-Universität, sagt Sprecher Harms, gehört „eindeutig zu den erfolgreicheren“ der bundesweit inzwischen rund 50 Kinder-Unis.

Vom „anspruchsvollen und zugleich kindgerechten Konzept“ sind auch die Sponsoren der Kinder-Uni überzeugt. Je früher wissbegierige junge Menschen mit einer solchen Einrichtung in Kontakt kommen, desto besser, glauben Jürgen Lehmann (Wirtschaftliche Vereinigung Oldenburg „Der Kleine Kreis“) und Harry Lukas (Landessparkasse zu Oldenburg). Das Angebot beschränkt sich im Übrigen nicht allein auf die Kinder-Vorlesungen. Mehr als 7000 Schulkinder besuchten schon das Chemielabor „Chemol“ oder die „Physik für Kids“. Und auch die Kunst kommt nicht zu kurz. Die Emder Kunsthalle und das Oldenburger Janssen-Museum bieten eigene Seminare an.

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