OLDENBURG - Die Krankenkasse HKK wird die erste Stiftungs-Professur für den künftigen Medizinstudiengang an der European Medical School (EMS) finanzieren. „Wir wollen, sofern unser Verwaltungsrat am 4. Oktober zustimmt, diese Stiftungsprofessur für den Bereich der Versorgungsforschung ab dem 1. Januar 2013 für insgesamt fünf Jahre finanzieren – mit Verlängerungsoptionübernehmen“, betonte Michael Lempe, Vorstand der HKK, nach einem Treffen bei der Handelskammer Bremen am Mittwoch.

Bei der Veranstaltung stellten der Gründungsdekan der EMS, Prof. Eckhart Hahn, und Vertreter des Vereins der Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest das Projekt vor. An der EMS entstehen im Laufe der nächsten Jahre insgesamt 49 Professorenstellen, 16 sollen noch 2012 ausgeschrieben werden. Doch ohne Stiftungsprofessuren, also Professuren, die nicht das Land finanziert, wird es nicht gehen. So wird erwartet, dass in den nächsten vier Jahren die an der EMS beteiligten Kliniken vier Stiftungsprofessuren stellen. Vier weitere sollen von der Universität eingeworben werden.

Großes Interesse an dem Oldenburger Medizinstudiengang herrscht in Bremen auch seitens der niedergelassenen Ärzte. Viele erklärten sich bereit, die künftigen Studenten auch in ihren Praxen ausbilden zu wollen. Und auch die Zahl der Freunde und Förderer des Projektes wird um Mitglieder aus Bremen wachsen.

Pünktlich zum näher rückenden Start des Studiengangs im Oktober ist die Kooperation zwischen den Universitäten Oldenburg und Groningen formal besiegelt: Den Vertrag unterzeichneten Prof. Dr. Babette Simon, Präsidentin der Uni Oldenburg, Prof. Dr. Sibrand Poppema, Präsident der Rijksuniversiteit Groningen, und Prof. Dr. Folkert Kuipers, Dekan und Vorstandsmitglied des Universitair Medisch Centrum Groningen. „Wir freuen uns, dass wir zusammen mit starken Partnern wie der Universität Groningen die European Medical School aufbauen können“, sagte Simon bei der Unterzeichnung.

Der Vertrag ergänze die bereits seit 1980 bestehende Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen. Der Vertrag gebe der EMS sowohl einen Rahmen für die enge Lehrkooperation als auch für gemeinsame Forschungsinitiativen. So haben die Partner einen regelmäßigen Austausch zu Forschungsthemen verabredet. In der Medizinausbildung sieht der Vertrag unter anderem vor, das Curriculum gemeinsam anhand des Groninger Modells zu entwickeln, den Austausch der Studierenden beider Standorte zu fördern und den Erwerb von Doppelabschlüssen zu ermöglichen. In Forschung und Lehre –wird das Thema Krankenhaushygiene künftig eine wichtige Rolle spielen.