OLDENBURG - Die Universität Oldenburg hatte am Sonnabend zu einem Informationstag für Studieninteressierte des neuen Modellstudiengangs Humanmedizin eingeladen – und gut 600 junge Leute strömten in das Hörsaalzentrum, um aus erster Hand zu erfahren, wie der Studiengang aufgebaut ist.
Die Uni Oldenburg baut derzeit eine medizinische Fakultät auf. Gründungsdekan Prof. Eckhart Hahn berichtete im stets vollen Hörsaal über den grundsätzlichen Aufbau und die Besonderheiten des Studiums: „Die Probleme der Patienten stehen von Anfang an im Mittelpunkt. Gemeinsam wollen wir sie lösen.“
An der European Medical School sind die Universitäten in Oldenburg und im niederländischen Groningen gemeinsam beteiligt. 40 angehende Mediziner werden im Oktober in Oldenburg starten. Die Ausbildung dauert sechs Jahre, am Ende steht das deutsche Staatsexamen. Einige der Studenten können in Groningen außerdem einen niederländischen Bachelor- und Masterabschluss erwerben.
„Mir gefällt dieser neue Studiengang. Ich möchte gerne in den Niederlanden studieren und sowohl den Bachelor und Master als auch das Staatsexamen machen“, sagte Jana Warnken aus Düsseldorf, die in Begleitung ihrer Oldenburger Cousine zur Uni gekommen war.
Mediziner der Rijksuniversiteit Groningen demonstrierten, wie sich eine Vorlesung unter Einbeziehung von Patienten und Studierenden gestaltet. „Mich begeistert der Ansatz, dass die Medizinstudenten nicht klassisch ausgebildet werden. Das wirkt alles viel durchdachter“, meinte Maximilian Boudriot aus Leipzig, der den Tipp zu der Veranstaltung von seinem Onkel aus Oldenburg bekommen hatte.
Im Foyer des Hörsaalzentrums informierten die Oldenburger Partnerkrankenhäuser (Evangelisches, Pius, Klinikum, Karl-Jaspers-Klinik), Allgemeinmedizinische Praxen, vertreten durch die Oldenburger Dr. Volker Nüstedt und Dr. Maria Bösenberg, und das Universitätsmedizinische Zentrum Groningen über ihre Beiträge zum Modellstudiengang und führten Ausschnitte aus der klinischen Ausbildung vor. „Der Ansatz der praxisorientierten Ausbildung macht den Unterschied“, zog Silke Dora Hölscher aus Cloppenburg ihre Besuchs-Bilanz.
Die am häufigsten gestellte Frage war dann auch die nach Aufnahme- und Zulassungsverfahren. Und am Stand der Uni Groningen wollte man wissen, wie schwierig es ist, Niederländisch zu lernen.
