OLDENBURG - „Wenn man über die Zukunft des Arztberufes nachdenkt, kann man den neuen Medizin-Studiengang in Oldenburg nicht außer Acht lassen“, sagte am Dienstag Ulrike Flach (FDP), Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, nach einem Informationsgespräch an der Uni Oldenburg über die künftige European Medical School Oldenburg/Groningen. Flach erhofft sich auch, dass durch den Studiengang „die medizinische Versorgung auf dem Land verbessert“ werde: „Wir verfolgen im Ministerium mit hohem Interesse diesen neuen Studiengang in Oldenburg.“
Uni-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gunilla Budde betonte denn auch, dass „an dieses innovative Studienprogramm sehr große Hoffnungen“ in der Region geknüpft seien. An den Start geht die European Medical School mit Beginn des Wintersemesters im Oktober – mit jeweils (zunächst) 40 Studierenden in Oldenburg und Groningen. Gründungsdekan Prof. Dr. Eckhart Hahn erläuterte, dass „bei diesem europäischen Kooperationsstudiengang“ niederländische und deutsche Studenten jeweils ein Jahr am anderen Studienort ausgebildet werden.
Am Ende des Studiums steht in Deutschland das Staatsexamen, in Groningen der Master, betonte Hahn. Bei der Auswahl der Studenten werde man sich „nicht nur an der Abiturnote“ orientieren. Es reiche nicht aus, „nur“ ein guter Mediziner zu werden. Bei dem Medizin-Studiengang gehe es auch um die Kommunikation mit Patienten und frühzeitige Praxiserfahrung.
Das Interesse von Hausärzten der Region an einer Zusammenarbeit mit der European Medical School und somit an der Ausbildung künftiger Ärzte sei groß, sagte Hahn: „Die Kassenärztliche Vereinigung hilft uns dabei enorm.“
Zunächst werden die Studenten im praktischen Teil ihrer Krankenhaus-Ausbildung vor allem an den drei Oldenburger Krankenhäusern (Pius, Evangelisches und Klinikum) sowie in der Karl-Jaspers-Klinik geschult. Hahn: „Wir werden aber später weitere Lehrkrankenhäuser brauchen.“ Großes Interesse besteht auf diesem Gebiet beispielsweise in Wilhelmshaven, Emden, Aurich, Leer und Vechta.
