OLDENBURG - Auf dem Weg zur European Medical School gibt es noch eine Menge zu tun. Aber Schritt für Schritt geht es weiter. Wichtig scheint, dass der Modellstudiengang Humanmedizin, nachdem er beantragt ist, von der Landesregierung bewilligt und in die Systeme der Stiftung für Hochschulzulassung (früher Zentrale Vergabestelle, ZVS) eingeht. „Alle notwendigen Ordnungen, die wir brauchen, also Auswahl-, Prüfungs- und Studienordnung, sind auf dem Weg. Wir werden den Modell-Studiengang Humanmedizin mit seinen wirklich innovativen Besonderheiten rechtzeitig beginnen können“, erklärt Gründungsdekan Prof. Dr. Eckhart G. Hahn.

Der Studienbetrieb soll mit Beginn des Wintersemesters 2012/2013 im Oktober nächsten Jahres aufgenommen werden. Derzeit geht es noch um einen Rahmenvertrag der drei beteiligten Oldenburger Kliniken (Evangelisches, Pius, Klinikum), die bilateralen Verträge mit diesen Kliniken und den Kooperationsvertrag mit Groningen. Auch personell tut sich einiges: Es wurde ein Kernteam gebildet aus Gründungsdekan (Prof. Eckhart G. Hahn), wissenschaftlicher Leitung des Studiendekanats (Dr. Kirsten Gehlhar) und Geschäftsführer (Dr. Bert Albers).

Die European Medical ist die erste Neugründung einer Universitätsmedizin (Fakultät) in Deutschland seit über 20 Jahren. „Dabei handelt es sich um ein länderübergreifendes Vorhaben mit bundes- bzw. europaweitem Modellcharakter“, so Hahn. Ziele der European Medical School sind: die innovative Ausbildung hoch qualifizierter Ärzte für die Region, Spitzenleistungen in ausgewählten Forschungsbereichen (Neurowissenschaften und Versorgungsforschung) und Impulse für Entwicklungen im Gesundheitssektor im Nordwesten.

Es wird in vielerlei Hinsicht Neuland betreten, gerade auch mit Blick auf die Studienabschlüsse. In Oldenburg geht es aber um das deutsche Staatsexamen nach der Approbationsordnung für Ärzte, das mit dem niederländischen Master of Science in Geneeskunde und/oder den niederländischen Bachelor ergänzt werden kann. Die Studienmodule in Oldenburg und Groningen sehen vor, mindestens ein Jahr am jeweils anderen Studienort zu verbringen. Allemal neu in Deutschland wird die Verknüpfung von Forschung und Patientenorientierung durch problembasiertes Lernen sein. Es geht um frühzeitige Praxiserfahrungen für die angehenden Ärzte.