Oldenburg - Wie wichtig verständliche Wissenschaft ist, zeigt die Corona-Pandemie einmal mehr. Komplexe Sachverhalte so erklären zu können, dass die Bedeutung allgemeinverständlich ist, macht Virologen zu Medienstars.
Mit der Auszeichnung „Groschen“ will die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) genau diese Fähigkeit fördern. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind aufgefordert, ihre Themen anschaulich und verständlich zu präsentieren. Der Sieger oder die Siegerin des Wettbewerbs gewinnt 10 000 Euro.
Eileen Küthe, 26, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Katholische Theologie an der Uni Vechta, hat zum Thema „Umgang mit Tod und Trauer in der Grundschule – die Entwicklung eines kindgerechten Trauerkonzepts mit christlicher Auslegung“ gearbeitet.
Dr. Ümran Sema Seven, 37, hat 2019 an der Uni Vechta promoviert über Demenzdiagnostik bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Sie hat Testverfahren zur kultursensiblen Neuropsychologischen Diagnostik erarbeitet.
Nils Hendrik Hintz, 30, hat den Masterstudiengang Marine Umweltwissenschaften an der Uni Oldenburg abgeschlossen und eine Masterarbeit zum „Frühlingstanz der Algen“ abgegeben. Aktuell schreibt der Promotionsstudent der Uni Oldenburg an seiner Dissertation.
Dr. Maartje Hendrikse, 30, hat an der Uni Oldenburg zum Thema „Gut hören ist Kopfsache“ promoviert und arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department für Medizinische Physik und Akustik der Uni.
Jonas Wendt, 25, hat sein Bachelorstudium Combined Studies mit den Fächern Wirtschaft & Ethik und Sozialwissenschaften an der Uni Vechta abgeschlossen mit der Bachelorarbeit „Management von Unternehmensverantwortung: Digitalisierung als Ansatz?“
Am Donnerstagabend überzeugte die Jury am meisten eine Arbeit, deren Name bereits Neugier weckt. Unter dem Titel „Frühlingstanz der Algen“ stellte der 30 Jahre alte Nils Hendrik Hintz seine Ergebnisse zum Algenwachstum und den Folgen für die Umwelt vor.
Mit einem Strauß Blumen in der Hand („Algenblüte“) und einem ebenso temperamentvollen wie gut verständlichen Kurzvortrag machte der Promotionsstudent der Universität Oldenburg die Unterschiede einzelner Algenarten und deren Bedeutung für die Nahrungskette deutlich. Dass der Temperaturanstieg im Meer eine wesentliche Rolle spielt, verlieh seiner Präsentation zusätzlich Aktualität.
Finale im kleinen Kreis
Der mit 1000 Euro dotierte Publikumspreis, über den die coronabedingt nur knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung in der LzO-Zentrale in Oldenburg sowie alle Zuschauerinnen und Zuschauer der Live-Übertragung abstimmen konnten, ging in eine ganz andere Fachrichtung: Die Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Katholische Theologie an der Universität Vechta Eileen Küthe hat über den kindgemäßen Zugang zu Tod und Trauer gearbeitet. Die 26-Jährige arbeitete bei der Präsentation sehr anschaulich mit Backzutaten und stellte ihre Arbeit als „Rezept“ vor.
Wie LzO-Vorstandsvorsitzender Michael Thanheiser erläuterte, hatten sich für die 6. Auflage des alle zwei Jahre ausgelobten Preises 32 Frauen und Männer beworben.
Maximal acht Minuten
Eine Jury wählte anhand der schriftlichen Unterlagen fünf Finalisten aus. Ihr gehören neben LzO-Chef Thanheiser an: Gaby Schneider-Schelling, stellvertretende Chefredakteurin der NWZ, Dr. Corinna Dahm-Brey, Pressesprecherin der Uni Oldenburg, Prof. Dr. Hans Michael Piper, Präsident der Uni Oldenburg, Prof. Dr.-Ing. Hero Weber, Vizepräsident der Jade Hochschule, Prof. Dr. Burghart Schmidt, Präsident der Uni Vechta, Jürgen Lehmann, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Oldenburg sowie der Vize-Leiter des Bereichs Ausbildung der IHK Oldenburg, Ludger Wester.
Moderator Rainer Lisowski wachte darüber, dass die maximal acht Minuten für die Präsentation nicht überschritten wurden. Die nicht mit Preisen beachten Finalisten erhalten als Anerkennung jeweils 500 Euro. Die LzO will mit dem Wettbewerb dazu beitragen, dass wissenschaftliche Themen für die breite Bevölkerung zugänglich werden. Erstmals wurde die Veranstaltung gestreamt.
