OLDENBURG - Schnellwachsende Städte in der neuen Boomregion der Türkei untersuchen Studierende des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule in Oldenburg: Bis zum Ende des laufenden Semesters arbeiten sie an Plänen zum Umbau des Stadtteils Yesilderek, der zur 500 000 Einwohner zählenden Stadt Sanliurfa in Südostanatolien zählt. Jetzt war die Forschergruppe in Begleitung der Städteplaner Professor Dr. Bruno Kauhsen und Dipl.-Ing. Almut Wolf zu Erkundungen „vor Ort“.

Der Stadtteil Yesilderek gilt als problematisch. In ihm planen die Architekturstudenten den sozialverträglichen Umbau eines „gecekondu“, einer wilden Siedlung mit „über Nacht“ gebauten Häusern. Das Stadtgebiet von Sanlifura besteht zum großen Teil aus derartigen Siedlungen, die durch enorme Zuwanderung der Landbevölkerung entstanden sind.

Das wegweisende Umbauprojekt wird von der Stadtverwaltung unterstützt. Bei der Grundlagenarbeit in der Siedlung und in einem örtlichen Architekturbüro konnten die Studierenden nützliche Hinweise für die Gebäudeplanung sammeln. So werden im Sommer die Balkone der Wohnungen oder Dächer der Häuser auch zum Schlafen genutzt, da es in den Häusern zu warm ist. Neue Grünflächen sollen entstehen und mit vorhandenen Freiflächen zu einem grünen Band zusammengeführt werden.

Bis zum Ende des Semesters arbeiten die Studenten mit Hochdruck an den Umbauplänen. Für die besten Städtebauentwürfe sollen im folgenden Wintersemester detaillierte Wohnungsgrundrisse entwickelt werden. In der Türkei ist man schon jetzt sehr gespannt auf die Ideen aus Oldenburg.