OLDENBURG - Das Blut wird knapp. In den Krankenhäusern mussten die ersten geplanten, weniger dringenden Operationen bereits verschoben werden. Für alle Notfälle reichen die Konserven aber noch aus. Grund ist der Blutspendenrückgang in ganz Deutschland wegen der Grippewelle, wegen zum Teil extremer Witterung, wegen Eisunfällen und wegen der arbeitnehmerfreundlichen Lage der Feiertage über Weihnachten und Neujahr, an denen viele Menschen, die sonst spenden, an den jeweiligen Spendenterminen einfach nicht zu Hause waren.
Lage bleibt angespannt
Wir haben zurzeit Mangel-Alarm und in der vergangenen Woche drei geplante Operationen, die eine Blutungswahrscheinlichkeit von über zehn Prozent hatten, abgesagt, bestätigte Dr. Wolfgang Simgen vom Evangelischen Krankenhaus den allgemeinen Mangel am Dienstag. Simgen ist Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin und der Transfusionsverantwortliche für das gesamte Krankenhaus.
Der Engpass betrifft im Prinzip ganz Deutschland, sagt Prof. Dr. Dr. med. Klaus-Peter Kohse, Laborchef und Transfusionsverantwortlicher am Klinikum Oldenburg und damit natürlich auch alle Oldenburger Krankenhäuser. Es ist in der Tat so, dass zurzeit nicht jede benötigte Konserve umgehend zu bekommen ist. Operationen, die nicht sofort nötig seien, würden auch hier im Moment eher verschoben.
Im Pius-Hospital geht man davon aus, dass sich die Lage auch nicht unmittelbar entspannen wird. Dr. Reinhard Vogtmann, der Transfusionsverantwortliche und Oberarzt für Anästhesie und Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin, sagte am Dienstag: Die Situation ist prekär. Wenn das so anhält, können wir nicht mehr so arbeiten, wie wir uns das vorstellen. Der OP-Plan ist bereits davon beeinflusst. Vogtmann fürchtet, dass die Versorgungssituation weiter schwierig bleiben wird und hofft, dass die Menschen sich aufgerufen fühlen, wieder zu spenden. Das kann schließlich jedem zugute kommen.
Die eingeschränkte Versorgungssituation wird von Dr. Eduard Petershofen, Leitender Arzt des DRK-Blutspendedienstes Oldenburg, bestätigt. Das betreffe das ganze Land, manche Regionen ständen noch schlechter da. Petershofen: Wir haben eine erhebliche Unterversorgung mit Blutkonserven. Der Blutspendedienst könne zwar alles liefern, aber nicht unbedingt sofort, es ist eine Frage der Zeit.
Aufruf zur Blutspende
Petershofen hofft nun, dass sich mit Abklingen der Grippewelle die Oldenburger wieder zur Blutspende bereit finden und die Termine des DRK nach Möglichkeit zahlreich wahrnehmen.
Die Blutspenden können vier Wochen aufbewahrt werden. Der hiesige Blutspendedienst des DRK ist für 72 Krankenhäuser in der Region zuständig. Normalerweise werden etwa 3000 Konserven am Tag verteilt, zurzeit weit weniger, sagt Petershofen.
Die nächsten Termine
