OLDENBURG - Mit rockigen Gitarrentönen und lehrreichem Programm wurde Professor Dr. Hilbert Meyer, Hochschullehrer für Schulpädagogik an der Universität Oldenburg, am Freitagnachmittag in den Ruhestand verabschiedet. Der 67-Jährige zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Pädagogen Deutschlands, seine Lehrbücher wurden millionenfach verkauft und in sechs Sprachen übersetzt.

Aufgewachsen in Westerstede studierte Meyer an der Pädagogischen Hochschule in Oldenburg und unterrichtete dann an der Volksschule Ocholt. 1975 wurde er auf die Professur für Schulpädagogik nach Oldenburg berufen. Dort arbeitete er zehn Jahre am Oldenburger Modellversuchs zur Einphasigen Lehrerausbildung mit.

Seine Mitarbeiter und Studenten schätzen neben der fachlichen auch die menschliche Seite des Professors und bescherten ihm ein buntes Programm, in dem sie die Gäste in dessen kleine Eigenarten einweihten, wie das tägliche Mittagsschläfchen im Büro. „Du hast uns so viel Wertschätzung entgegen gebracht. Dein Vertrauen hat uns stark gemacht“, besangen die 25 „Hiwis“ ihren Hilbert. Mit Tierzeichnungen, Tafeln und Standbildern wurde die Abschiedsfeier in der voll besetzten Aula zur unterhaltsamen Didaktik-Vorlesung – wie kann es bei Pädagogen auch anders sein.

Kritik musste auch erlaubt sein. So nutzte der Bielefelder Pädagoge Klaus-Jürgen Tillmann seine Rede für eine kurze Abrechnung mit der Bildungsreform. Mit Bachelor- und Master-Studiengängen ziehe man nur neue Drittmittelbeschaffer heran, aber keine kompetenten Lehrer – ein kleiner Seitenhieb gegen Dekan Bernhard Kittel, der die Wichtigkeit der Akquise von Drittmitteln in seiner Rede herausgehoben hatte.

„Hilbert Meyer ist ein Name, der seit fast vier Jahrzehnten bei Lehrerinnen und Lehrern des gesamten Landes hohe Achtung hervorruft“, betonte Prof. Dr. Astrid

Kaiser, Direktorin des Instituts für Pädagogik an der Universität Oldenburg, in ihrer Laudatio.