OLDENBURG - Stolpersteine, sagt die kommissarische Oldenburger Universitätspräsidentin Dr. Heide Ahrens, säumen in einer von Männern dominierten Gesellschaft gemeinhin den Karriereweg von Frauen. Dass diese Stolpersteine gelegentlich aus dem Weg geräumt werden können, zeigt das Beispiel der Aachener Nachwuchsforscherin Dr. Ing. Anke Schmeink.

Die 31-jährige Mathematikerin von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen wurde am Freitagabend in Oldenburg mit dem von der EWE-Stiftung erstmals verliehenen „Helene-Lange-Preis“ für herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen ausgezeichnet.

Die Ehrung sei ein erster Schritt, die Leistung von Wissenschaftlerinnen auch nach außen sichtbar werden zu lassen, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Uni Oldenburg, Anne G. Kosfeld, bei der Preisverleihung.

Der EWE-Stiftungsvorsitzende Dr. Werner Brinker sieht in dem mit 10 000 Euro dotierten Preis eine Ermutigung für junge Frauen, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben. Brinker beklagte Nachwuchsprobleme insbesondere im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften. Frauen seien in den entsprechenden Studiengängen „stark unterrepräsentiert“, sagte Brinker am Freitagabend.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) würdigte die Universität Oldenburg als „Vorreiterin in Fragen der Frauen- und Geschlechterforschung“. Niedersachsen nehme bei der Gleichstellung in der Wissenschaft im Bundesvergleich einen Spitzenplatz ein, sagte Stratmann. Die Uni Oldenburg liege „seit Jahren über dem Durchschnitt“, was den Anteil von Professorinnen betreffe.

Im Anschluss an den Festakt wurde die Wanderausstellung „Von der Gelehrtenstube in den Hörsaal – Oldenburger Wissenschaftlerinnen im Wandel der Zeit“ eröffnet. Sie ist bis zum 10. November im Hörsaalzentrum zu sehen.

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