OLDENBURG - Das Bachelor- und Master-System hat Schwächen, was auch die bundesweiten Studentenproteste vor einiger Zeit zeigten. Dr. Elmar Schreiber, Präsident der Jade Hochschule, hat sich Gedanken gemacht, und ein neues Modell entwickelt: „Das Jade-Modell geht auf die Studierenden ein, entzerrt das Bachelorstudium und macht die Absolventen fit für den Beruf“, so Schreiber.

Vereinfacht heißt das: Es werden statt sechs Semestern nun acht Semester bis zum Bachelorabschluss studiert – plus zwei Semester Master. Schreiber erklärt: „Die Vorgabe der Kultusministerkonferenz sind zehn Semester.“ Das hört sich noch nicht nach einer ganz großen Änderung an. Das Besondere am Jade-Modell ist die Dualität von Studieninhalten. Nach dem sechsten Semester entscheidet sich der Student, ob er nach dem Bachelor den Berufseinstieg wagen will oder einen Master obendrauf setzt.

Je nach dem wird die Bachelorarbeit an der Hochschule oder in einem Unternehmen geschrieben, es gibt berufsvorbereitende Seminare und für die andere Studierendengruppe Veranstaltungen, die zum Master hinführen. Außerdem sind im Bachelor ein Praxissemester und ein Auslandssemester vorgesehen: „Das bekommt man in acht Semestern besser unter“, erklärt Schreiber. Damit soll auch die Klausurenanzahl verringert werden. Schreiber verspricht: „Es soll nicht mehr Stoff untergebracht werden, sondern eine bessere Verteilung stattfinden.“

„Wir haben mit dem Modell Forderungen der Studierenden umgesetzt“, sagt Schreiber. Der Hochschulleiter ist sicher: „Durch mehr Praxiszeit und die gezielte Hinführung zum Beruf oder Master, werden die Absolventen noch besser ausgebildet sein.“ Als erster Studiengang im neuen Modell startet die Meerestechnik im kommenden Wintersemester.