OLDENBURG - Die Umstellung auf Bachelorabschlüsse sind an der Universität Oldenburg offenbar ein Reizthema. Zufrieden scheint kaum jemand zu sein. „Der Leistungsdruck durch die vielen Einzelprüfungen überfordert viele Studenten“, sagte der Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle, Wilfried Schumann, bei einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend in der Evangelischen Studentengemeinde Oldenburg.

An Vorschlägen mangelt es nicht. „Man könnte im ersten Jahr die Noten abschaffen, um Druck von den Studierenden zu nehmen“, schlug AStA-Sprecher Stefan Kühnapfel zum Beispiel vor. Philosophieprofessor Dr. Reinhard Schulz verglich das neue Studiensystem mit einem Haus: „Von außen sieht alles toll aus, doch kann man auch darin leben?“ Grund zum Stöhnen sehen Hannes Bruns und Ines Weber. „Alles ist sehr verschult, es gibt viele Pflichtseminare und kaum Wahlmöglichkeiten“, lautete das Urteil der beiden Bachelor-Studierenden.

Professorin Dr. Andrea Strübind verglich die Studierenden gar mit einem Hamster im Laufrad, der nie zur Ruhe kommt. Gleiches gelte aber auch für die Dozenten: „Sie müssen eine Vielzahl Prüfungen abnehmen und darüber hinaus auch noch eine Menge Seminare begleiten.“

Dr. Heide Ahrens, Vizepräsidentin der Universität, bezeichnete die zugrunde liegenden Ziele der Umstellung als richtig, machte aber keinen Hehl daraus, dass die Umsetzung noch viele Wünsche offen lasse: „Reformen der Reform sind notwendig. Es besteht eine Menge Nachbesserungsbedarf.“

Nach Ansicht von Helga Wilhelmer, Dezernentin für studentische und akademische Angelegenheiten, erschwert der Zeit- und Leistungsdruck Austauschsemester an anderen Universitäten im In- und Ausland. „Eine Koordination der Studienordnungen ist schon mit Bremen kaum möglich – wie soll das dann mit ganz Deutschland oder sogar dem Ausland funktionieren?“, fragte Wilhelmer.

Auch die Studiengebühren kamen zumindest beim Psychologen Schumann nicht gut weg. Sie seien unsozial und vergrößerten den Druck auf die Studenten zusätzlich.