OLDENBURG - Die Vizepräsidentin für Lehre der Universität Oldenburg ist zuversichtlich: „Unser spezialisiertes Masterstudienangebot ist ein Programm, mit dem wir auch überregional punkten können“, sagt Professorin Dr. Sabine Doering. Nach der Umstellung von Magister, Diplom und Staatsexamen auf die international gängigen Bachelor- und Masterstudiengänge in den Jahren 2004/05 kommt die Oldenburger Universität jetzt in eine Phase, in der die Fachmasterstudien breitflächig aufgenommen werden.

Rund 500 der 10 500 Studierenden an der Uni haben bereits im Wintersemester 2007/08 damit begonnen, nach erfolgreichem Bachelor-Abschluss (sechs Semester Regelstudium) den viersemestrigen Master „draufzusatteln“. „Im Wintersemester 2008/09 werden es deutlich mehr sein“, prognostiziert Doering.

Den großen Vorteil für Studenten wie auch Lehrende sieht die Vizepräsidentin in dem nach ihrer Einschätzung erheblich verbesserten Betreuungsverhältnis. „Beim Fachmaster haben wir in allen Studiengängen Lern- und Seminargruppen von maximal 25 Teilnehmern“, schätzt Doering. In den sogenannten großen Fächern – wie etwa Doerings Fachgebiet Germanistik – lieferten sich die Studierenden bisher zuweilen wahre Verteilungskämpfe um die Plätze im Seminarraum.

Solches Gerangel soll nach der Umstellung auf die neue Studienstruktur Legende sein. Bei allen Schwierigkeiten, die Systemumstellungen nun einmal mit sich bringen, erkennt Doering weitere Vorteile der Bachelor-/Masterstudien in einer engeren Anbindung an die Forschungsschwerpunkte der Universität. Zudem zeichne sich das Studium durch mehr Praxisnähe und Berufsorientierung aus.

„Die Zweistufigkeit erreicht jetzt eine Ebene, auf der die Studien individueller werden und darüber hinaus mehr Kontakte zu anderen Fächerdisziplinen gestatten“, glaubt Sabine Doering. Nach der neuen Studienordnung gibt es beim Master übrigens keine mündliche Abschlussprüfung mehr (weil während des Studiums ständig geprüft wird), sondern nur noch eine schriftliche Abschlussarbeit.

Das Oldenburger Angebot scheint sich herumgesprochen zu haben. Es kämen deutlich mehr Studienbewerbungen aus anderen Bundesländern, sagt Doering. Und das trotz Studiengebühren.