OLDENBURG - Als vor zwei Jahren zum ersten Mal Eltern, Geschwister und andere Angehörige der Studierenden an der Universität und der Fachhochschule in Oldenburg die Möglichkeit erhielten, einen Blick hinter die Kulissen des Hochschulalltags zu werfen, war das Echo enorm. 1500 Gäste zählten beide Hochschulen in ihren Hörsälen und anderen Einrichtungen.
Die für diesen Sonnabend geplante Zweitauflage des Oldenburger Eltern-Campus ist am Mittwoch kurzfristig abgesagt worden. Der Grund: Die derzeit gegen unzumutbare Studienbedingungen protestierenden Studenten halten den großen Hörsaal der Universität auch am Wochenende besetzt just den Ort, an dem der Eltern-Campus eröffnet werden sollte.
Auf das Hörsaalzentrum als Hauptveranstaltungsort könne aber nicht verzichtet werden, sagte Universitätssprecherin Dr. Corinna Dahm-Brey. Trotz des Bemühens beider Seiten um einen Kompromiss habe sich gezeigt, dass die Interessen nicht vereinbar seien.
Der 2. Eltern-Campus soll nun am 17. April nachgeholt werden. Eine Räumung des Hörsaalzentrums sei nicht vorgesehen, betonte Prof. Dr. Mathias Wickleder, Vizepräsident für Studium und Lehre. Die Proteste der Studierenden würden sehr ernst genommen und hätten bereits zu vielen Diskussionen geführt. Es mache keinen Sinn, den Konflikt eskalieren zu lassen. Deshalb habe man sich schweren Herzens zur Verschiebung des Eltern-Campus entschlossen.
Bereits erworbene CampusCards bleiben gültig und können am 17. April eingelöst werden. Wer jedoch seine Karten zurückgeben möchte, erhält an den Vorverkaufsstellen sein Geld zurück.
Studentenvertreter bedauerten am Mittwoch, dass die Veranstaltung ausfallen muss. An diesem Donnerstag werden Oldenburger Studierende erneut auf die Straße gehen, um gegen die ihrer Ansicht nach unhaltbaren Zustände an den Hochschulen zu protestieren. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr vor dem Oldenburger Hauptbahnhof.
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