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Hochschule Podium: Kein weg vorbei an Reform der Reform

Rabea Spiralke

OLDENBURG - An der Umstellung auf einheitliche Bachelor/Masterstudiengänge an den Hochschulen in Europa lässt sich nicht rütteln – allerdings muss der vor zehn Jahren in Gang gesetzte „Bologna-Prozess“ dringend reformiert werden. Darin waren sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion des Wirtschaftsforums „Gedankenplatz Nord-West“ am Montagabend in Oldenburg weitgehend einig.

Differenzen scheint es allenfalls im Detail zu geben. „Durch das neue System sind wir viel einheitlicher geworden und können international besser agieren“, befand der niedersächsische (Noch-)Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU). Gleichzeitig räumte er aber ein, dass es bei der Umsetzung einige Versäumnisse gegeben habe, die es nun auszuräumen gelte. „Die Reform der Reform ist zwingend notwendig“, sagte Stratmann vor rund 120 Zuhörern und erwähnte, dass Niedersachsen dabei schon wesentlich weiter sei als andere Bundesländer.

Dem stimmten Prof. Dr. Joachim Treusch (Präsident der privaten Jacobs Universität Bremen), Ulf Mindermann (Personal- und Organisationsentwicklung bei der Oldenburger EWE AG) und Michael Wefers (Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Oldenburg) bei der von

NWZ

 -Redakteur Thomas Hellmold moderierten Diskussion im Prinzip zu. Mindermann sprach sich aber für mehr Tiefenwirkung in der universitären Ausbildung aus. Die Bachelor-Absolventen seien zwar so etwas wie „ausgebildete Manager“, aber es fehle ihnen an „Breite“, da im Bachelorstudium wenig Zeit für Praxiserfahrungen und Auslandsaufenthalte bleibe. Michael Wefers stimmte dem zu. Der Unternehmensberater geht aber davon aus, dass die Wirtschaft die neuen Bachelor-Absolventen „gerne nimmt.“

Aus dem Publikum wurden Stimmen laut, dass es im Bachelorstudium besonders an der Vermittlung der sozialen Kompetenzen („Soft skills“) mangele, die schließlich die Persönlichkeit ausmachten. Und gerade die Persönlichkeit sei Hauptkriterium bei der Bewerbung um einen Job, sagte Mindermann. Damit hat Joachim Treusch an der Jacobs Universität überhaupt kein Problem. „Unsere Studenten engagieren sich viel, Leistung macht ihnen Spaß.“ Damit wischte er die Kritik beiseite, dass sechs Semester für ein Studium zu knapp bemessen seien

Das Hauptproblem – da waren sich die Podiumsgäste einig – sei, dass zu viele Hochschulen versuchten, die alten Magister- und Diplomstrukturen in die neuen Bachelor/Masterstudiengänge hineinzupressen. „Die Bologna-Reform sieht vor, dass Inhalte nicht nur angepasst, sondern auch sinnvoll geändert werden“, sagte Stratmann.

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