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Jubiläum Jüngste FH mit viel Tradition

Norbert Wahn

OLDENBURG - In diesen Tagen wird in Hannover 40 Jahre Fachhochschule(n) in Niedersachsen gefeiert. An den meisten Standorten gab es längst Vorläufer-Einrichtungen. Aber die Zeit um 1971 war geprägt von einer Bildungsreform, einer Neuordnung des Hochschulwesens, der Verabschiedung der Fachhochschulgesetze und der Errichtung von Fachhochschulen. „Wir sind die jüngste Fachhochschule Deutschlands mit viel Tradition“, blickt Dr. Elmar Schreiber, Präsident der Jade-Hochschule mit ihren Standorten Oldenburg, Elsfleth und Wilhelmshaven, auf die Gründung 2009 mit einem Augenzwinkern zurück. Er weiß es natürlich besser mit Blick auf die Historie seiner drei Standorte im Nordwesten.

Zunehmende Technisierung

„Damals“, so Schreiber weiter, und meint die Zeit um 1971, „wusste man, dass Deutschland viel mehr Akademiker braucht.“ Aber es ging auch darum, „mehr Menschen bessere Bildungschancen zu bieten“. Schreiber spricht von einer Zeit des Umbruchs, Aufbruchs und der zunehmenden Technisierung. Eine große Chance für Fachhochschulen. Die Vorläufer-Einrichtungen der Fachhochschulen in der Region waren vorbereitet auf den Anspruch, beim Studium gerade Wert auf die Praxis neben der Theorie zu legen.

Aber eine Fachhochschule galt lange Zeit nach 1971 noch als die „arme, kleine Schwester“ der Universität, trotz Hochschulrahmengesetzes des Bundes 1976, als Fachhochschulen auf die gleiche rechtliche Ebene mit den Unis gestellt wurden. „Manchmal ist das heute noch so. Aber es stimmt nicht“, sagt Dr. Elmar Schreiber.

1985 der nächste Schritt: Die Novellierung des Hochschulrahmengesetzes betonte die angewandte Forschung, praxisorientiert. Eine weitere Vorlage für die Fachhochschulen. „Wir leisten enorm viel, die Ausbildung unserer Studierenden ist hoch“, sagt der Präsident der Jade-Hochschule selbstbewusst.

Zwangsfusion scheitert

Und mit Bologna kamen schließlich Bachelor- und Masterstudiengänge. Die an Universitäten und Fachhochschulen gemachten Abschlüsse wurden vergleichbar. Und noch mehr. Schreiber: „Das hat letztendlich auch riesigen Einfluss genommen auf die Gesellschaft, für die Absolventen gerade im Bereich der Tarife und Einstufungen.“

Doch es gab auch Rückschläge: Gegen ihren erklärten Willen wurden 2000 die Fachhochschulen Oldenburg, Ostfriesland und Wilhelmshaven zwangsfusioniert. Diese neue FH OOW war mit etwa 10 000 Studierenden und 800 Beschäftigten die größte FH Niedersachsens. 2009 erfolgte die Entflechtung – weil diese Fusion „die von der Landesregierung erhofften Wirkungen nicht erzielt hat“.

Bei der Jade-Hochschule arbeitet man ständig daran, die Qualität zu verbessern, wohl wissend, dass man sich im Wettbewerb befindet. Aber in Oldenburg wächst an den Hochschulen auch einiges zusammen: Seit Mai wird die Kooperation von Uni und Jade- Hochschule durch einen gemeinsamen Lenkungsausschuss als zentrales Organ gestärkt.

Die Fachhochschulen

in Oldenburg und Elsfleth gehen zurück auf Einrichtungen aus dem 19. Jahrhundert. Bereits 1877 wurde in der Nähe Oldenburgs eine Winter-Bauschule für Bauhandwerker gegründet, die über Umwege 1938 zur „Staatsbauschule, Fachschule für Hoch- und Tiefbau in Oldenburg“ wurde. 1968 entstand die „Staatliche Ingenieurakademie“ und 1971 durch Zusammenschluss mit der Seefahrtschule Elsfleth die FH Oldenburg.

Die Seefahrtsausbildung

in Elsfleth begann bereits 1832 durch Gründung einer privaten Navigationsschule. Bis 1999 waren in Oldenburg und Elsfleth 1900 junge Menschen in den Fachbereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Vermessungswesen und Seefahrt immatrikuliert.

Vorgängerinstitutionen

der FH in Wilhelmshaven waren die Akademie für Betriebswirte, hervorgegangen aus der 1947 gegründeten Fachschule für wirtschaftliche Betriebsführung und der staatlichen Ingenieurakademie, die 1961 als Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik errichtet wurde. Beide Akademien wurden 1971 zur Fachhochschule zusammengeführt.
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