OLDENBURG - Wann macht Unterricht Spaß? Richtig, wenn er in der Kinder-Uni stattfindet. Schade nur, dass am Mittwoch bereits die letzte Vorlesung für dieses Jahr in der Oldenburger Universität über die Bühne ging. Bis zum Wiederbeginn im kommenden Februar dauert es so begeisterten Studenten wie Hannah Lena (9) und Greta (8) „viel zu lange“. Als Bonbon gab es eine große Verlosung.

Um die Frage zu beantworten, wann Unterricht wirklich Spaß macht, hatten Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Hilbert Meyer und sein Team zwei Klassenzimmer auf der Bühne aufgebaut. 23 Oldenburger Kinder spielten darin Schulszenen nach, heutige und solche von vor hundert Jahren.

In dem einen saßen brave Schulmädchen und ängstlich dreinblickende Jungen in hölzernen Schulbänken – Leihgaben des ostfriesischen Schulmuseums Folmhusen. Museumsleiterin Winod Reuer spielte eine gestrenge Lehrerin mit Zeigestock und frommen Sprüchen wie „Gerade sitzen, Ohren spitzen, Hände falten, Schnabel halten“.

Das blanke Chaos herrschte dagegen im modernen Klassenzimmer, in dem Maike Klüver, Lehrerin und Schauspielerin aus Rastede, über das Bauen eines Stuhlkreises mit ihren durcheinander redenden Kindern nicht hinauskam.

Die zuhörenden Studenten durften am Ende selbst entscheiden, ob Unterricht lieber streng, superlocker oder von beidem etwas sein sollte. Und weil Kinder ziemlich clever sind, stimmten zwei Drittel von ihnen für das Mittelmaß und damit für einen verständlichen, gerechten, freundlichen Unterricht ohne Chaos, in dem man etwas lernt.

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