OLDENBURG - 950 Junghörer gingen zum Abschluss des Herbstsemesters auf Forschungsreise. Kapitän war Professor Dr. Meinhard Simon, das Forschungsschiff der Hörsaal der Oldenburger Kinder-Universität.

Zur Crew zählten zwei seiner Mitarbeiter sowie Hannes (9), der zu Beginn der Vorlesung „Geheimnisvolles Leben im Meer“ kräftig die Schiffsglocke läutete. Wichtige Aufgaben an Bord oblagen auch Julia (8) und Antonia (9), die mit einem Planktonnetz nach Quallen fischten und aus einem Wasserschöpfer kleine Garnelen und Kieselalgen beförderten.

Dem Kapitän sei Folge zu leisten, wies der Meeresmikrobiologe seine Passagiere zurecht und erklärte ihnen als erstes, wie man sich die Schiffssprache leicht merken kann. Dazu steuerte er seine rechte Hand direkt auf die linke Backe seines Mitarbeiters – der nach dieser Back(bord)pfeife eine rote Wange bekam.

Er zeigte den Kindern Bilder von der Kommandobrücke und der Kombüse des hundert Meter langen Forschungsschiffes „Meteor“ und gab ihnen wichtige Tipps mit auf die Reise: Breitbeinig gehen und auf gar keinen Fall pfeifen, denn sonst kommen die Klabautermänner.

Dann nahm der Forscher vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres Kurs auf die Weltmeere. Wie warm, klar und salzig sind die Gewässer? Welche Tiere leben dort? Zur Veranschaulichung seilte der Professor von der Bühne ein kleines Netz ab und erklärte: „In Wirklichkeit sind diese Netze so groß wie eine Tür“. Gerade als er den Nachwuchs-Forschern die Begriffe Plankton und Nekton erklärte, unterbrach eine aufgeregte Lautsprecherstimme die Vorlesung: „Achtung, Achtung, wir haben einen Wal gesichtet!“ Woraufhin im Audimax die Kinder mucksmäuschenstill waren und den Gesängen der Buckelwale lauschen durften.

Am Ende attestierte der Professor seiner Mannschaft, gut aufgepasst zu haben. Es dürfte ihn freuen, dass einige Kinder, wie zum Beispiel der achtjährige Kevin-Le, ganz fleißig mitgeschrieben haben.

Zwei Passagiere gingen am Mittwoch wehmütig von Bord: Moritz Adam, der keine einzige Vorlesung in den vergangenen Jahren verpasste und damit wohl der treueste Besucher der Veranstaltungsreihe für Acht- bis Zwölfjährige war. „Im Februar werde ich 13“, bedauerte der Schüler des Herbart-Gymnasiums. Und Uni-Pressesprecher Gerhard Harms wechselt in den Ruhestand. Der „Vater der Kinder-Uni“ brachte das Konzept aus Tübingen nach Oldenburg.

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