OLDENBURG - Betrüger wollen ins Datennetz der Universität: Mit gefälschten E-Mails versuchen Unbekannte, sich Zugang zu den Servern der Hochschule zu verschaffen. Uni und Verbraucherberatung warnen davor, darauf zu antworten. „Am besten löscht man die Mail“, sagt Beraterin Sabine Schröder.

Das nach Recherchen der Universität von einem Rechner in der serbischen Hauptstadt Belgrad versandte E-Mail-Rundschreiben mit dem Namen der Uni Oldenburg landete am späten Dienstagabend auch bei zahlreichen Firmen und Behörden in Oldenburg. Das Schreiben fordert dazu auf, das bestehende E-Mail-Konto bei der Uni zu bestätigen. Dazu sollen der Benutzername, das Passwort sowie Geburtsdatum und Nationalität mitgeteilt werden. Ansonsten erfolge die Löschung des elektronischen Postfachs.

Studenten und Mitarbeiter der Uni besitzen ein solches Konto. Mit einem Benutzernamen und dem selbst ausgedachten Passwort können sie sich bei den Uni-Rechnern einloggen, um Daten zu speichern, bestimmte Software zu nutzen und E-Mails zu schreiben.

„Wir hatten eine solche Geschichte schon einmal im Januar. Damals wurde das Rundschreiben direkt in das E-Mail-System der Uni Oldenburg eingeschleust“, berichtet Dirk Rode, Leiter der Uni-Abteilung IT-Dienste. Im Gegensatz zum Angriff im Januar seien die Mails diesmal vor allem an Adressen außerhalb der Universität gegangen.

Ziel sei, Passwörter „abzufischen“ (Phishing). Betroffene von solchen Phishing-Mails sind normalerweise Bankkunden, die aufgefordert werden, die Daten für ihre Online-Konten weiterzugeben. Im Fall der Uni dürften es die Betrüger auf die Informationen in den Mailkonten abgesehen haben. Wer sich z.B. Zugang zu den Konten von Professoren verschafft, „kann sich möglicherweise in den Besitz von Forschungsdaten bringen“, erklärt Dirk Rode.

Denkbar ist auch, dass die Täter die Daten für massenhafte Werbeattacken (Spam-Mails) missbrauchen. Dies war an der Uni Greifswald der Fall, nachdem ein Nutzer seine Daten preisgegeben hatte. Der Mail-Server der Uni fiel unter der Last der Werbemails stundenlang aus.