OLDENBURG - Ein ungewöhnlicher Ort, ein ungewöhnliches Unterrichtskonzept und ein Klassenzimmer direkt im Grünen: Die Grüne Schule im Botanischen Garten Oldenburg ist am Freitag feierlich eröffnet worden. Ein lang gehegter Wunsch sei endlich Wirklichkeit geworden, sagte Prof. Dr. Peter Janiesch, kommissarischer Leiter des Botanischen Gartens.
Die Grüne Schule ist ein Projekt der Biologiedidaktik der Universiät Oldenburg und des Botanischen Gartens. In dem neuen Klassenzimmer, das sich im Zentrum des Botanischen Gartens befindet, sollen Kinder und Studierende an einem außerschulischen Lernort lernen und forschen.
Vor etwa fünf Jahren begannen die Professorin der Biologiedidaktik Prof. Dr. Corinna Hößle und Janiesch, die Idee mit Leben zu füllen. Mit Hilfe des Freundeskreises Botanischer Garten „Ilex“ wurden Spenden gesammelt und ab Herbst 2008 ein altes Werkstattgebäude zur Grünen Schule umgebaut. Ab sofort sollen jährlich rund 2000 Schülern und Studenten biologische Zusammenhänge und die pflanzliche Artenvielfalt lebendig vermittelt werden, erklärte Janiesch. Ein Antrag auf Abordnung einer Lehrkraft mit 20 Wochenstunden wurde bereits an das Kultusministerium gestellt.
Mitmachen und ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht: Im Labor der Grünen Schule können aus den Pflanzen des Arzneigartens beispielsweise selbstständig Naturheilmittel hergestellt und getestet werden. Internet und Fachliteratur helfen den jungen Forschern, sich direkt vor Ort zu informieren.
Da der Botanische Garten jährlich von mehr als 50 000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen besucht wird, soll die Begegnung der verschiedenen Generationen auch in der Schule genutzt werden. Es werde angestrebt, dass sich Kinder mit Eltern und Studierende mit Schülern im forschenden Lernen begegnen und gemeinsam von- und miteinander lernen, so Janiesch.
