OLDENBURG - Die Empfehlung hätte kaum besser ausfallen können. Die Pläne der Universitäten Oldenburg und Groningen für einen gemeinsamen Medizinstudiengang, der den europäischen Vorstellungen und Vorgaben gerecht wird, scheinen dem Medizinausschuss des Wissenschaftsrates zu imponieren.
Anders lässt sich eine Art Beschlussvorlage des Ausschusses für die Sitzung des Wissenschaftsrates in der kommenden Woche in Potsdam nicht interpretieren. Von dessen Votum hängt es praktisch ab, ob die European Medical School (EMS) mit einem medizinischen Doppelstudium realisiert werden kann.
Das Modellprojekt, das die beiden Universitäten in Kooperation mit den drei Oldenburger Kliniken entwickelt haben, sieht vor, einen Studiengang Humanmedizin mit jeweils 40 Studienanfängern pro Jahr einzurichten. Der europäische Studiengang soll wie berichtet gestuft werden in eine Bachelorebene mit einem berufsqualifizierenden Erstabschluss und eine Masterebene. Erst der Master allerdings wird den Zugang zum Arztberuf möglich machen.
Die Gründung einer solchen medizinischen Fakultät würde neue Impulse für die medizinische Forschung und Lehre geben, bescheinigt der Medizinausschuss des Wissenschaftsrates dem Modell. Dabei eigne sich Oldenburg als Standort in besonderem Maße, da es im Nordwesten in einem Radius von rund 150 Kilometern kein Universitätsklinikum gibt ein weißer Fleck, den es nirgendwo sonst auf der hochschulmedizinischen Landkarte in Deutschland gibt.
Kritikern, die an der klassischen deutschen Ärzteausbildung mit Staatsexamina festhalten, hält das Gutachten entgegen, dass der europäische Studiengang mit den inhaltlichen Anforderungen der Approbationsordnung im Einklang stehe. Auch den drei Oldenburger Kliniken Klinikum, Evangelisches Krankenhaus und Pius-Hospital bescheinigen die Gutachter einen ausgezeichneten Ruf. Insgesamt überzeuge das Modell mit kreativen und innovativen Ansätzen.
Für klärungsbedürftig hält das Gutachten allerdings die Finanzierung der European Medical School. Die von der Universität Oldenburg errechneten Kosten müssten noch einmal überdacht werden.
