OLDENBURG - Noch nie haben Wissenschaftler der Universität Oldenburg in einem Jahr so viele Mittel für Forschungsprojekte zugesagt bekommen und erhalten wie in 2011: insgesamt 48,6 Millionen Euro. Mit einer solchen rasanten Entwicklung und so vielen Erfolgen hat niemand an der Universität gerechnet.

Bereits im Januar freute man sich im Department für Informatik über drei Millionen Euro für eine neues Rechnernetzwerk für Forwind, dem Zentrum für Windenergieforschung der Uni. 3,3 Millionen gab es im selben Monat für das Verbundforschungsprojekt Küstenschutzstrategien. 3,5 Millionen Euro flossen schließlich im April für den Erasmus-Mundus-Studiengang.

Auch im Laufe der nächsten Monate rissen die guten Nachrichten über sprudelnde Förderquellen nicht ab. Im November kam dann der Bescheid, dass der Sonderforschungsbereich „AVACS“ zehn Millionen Euro erhält. Das Team um Prof. Werner Damm arbeitet an Analysen zu sicherheitskritischen Einrichtungen in Autos, Flugzeugen und der Bahn.

Doch auch über Auszeichnungen herrschte Freude an der Universität. So wurde dem Physiker und Arzt Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier der Niedersächsische Wissenschaftspreis verliehen. Er ist Leiter der Abteilung „Medizinische Physik“. Seit 1996 ist Kollmeier zudem Wissenschaftlicher Leiter der Hörzentrum Oldenburg GmbH und seit 2008 der Fraunhofer Projektgruppe für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie. Der Wissenschaftspreis, dotiert mit 25 000 Euro, ging erstmals nach Oldenburg.

Weltweite Beachtung fand die Arbeit des Oldenburger Biologen Prof. Henrik Mouritsen, der das Navigationssystem der Zugvögel erforschte. In der Frankfurter Paulskirche erhielt er im Juni den mit 75 000 Euro dotierten „Eric Kandel Young Neuroscientists Prize“. In der Jury saßen drei Nobelpreisträger.

Und auch 2012 könnte für die Oldenburger Forscher wieder ein erfolgreiches Jahr werden. Birger Kollmeier ist auch Sprecher des beantragten Exzellenzclusters „Hearing4all“, das als einziges Projekt aus Niedersachsen in die aktuelle Endrunde des Exzellenzwettbewerbs des Bundes aufgenommen wurde. Der Physiker beschäftigt sich mit Problemen des Hörens sowohl aus medizinischer als auch aus physikalischer Sicht. Allein bei diesem Projekt geht es um rund 40 Millionen Euro.