OLDENBURG - OLDENBURG/TEHA - Auch als Rentner lässt es sich Professor Dr. Siegfried Grubitzsch (65) nicht nehmen, die Treppe zum zweiten Stockwerk im lockeren Spurt zu überwinden. Immer zwei Stufen auf einmal, wie sich das für einen durchtrainierten Mann gehört, und schneller als der Fahrstuhl. Am Zeit-Stress, wie zu Amtszeiten noch, kann die Eile nicht gelegen haben. Der ehemalige Präsident der Universität Oldenburg wurde gestern durch seinen Nachfolger Professor Dr. Uwe Schneidewind in den Ruhestand verabschiedet.

Der Wirtschaftler Schneidewind würdigte den Psychologen Grubitzsch als Mann, der als Präsident „gegen oft großen Widerstand weitsichtige Entscheidungen durchgesetzt“ habe. Unter seiner Ägide (1998 bis 2004) wurden u. a. die Organisationsstruktur grundlegend verändert und die Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt – früher als an fast allen anderen Universitäten des Landes.

Im Ruhestand will Grubitzsch seine zahlreichen ehrenamtlichen Verpflichtungen pflegen, viel Sport treiben und den Annehmlichkeiten des Lebens mehr Raum geben. Ihm schwant aber schon der nächste Stress. Er müsse nun den „privaten Reformstau“ aufarbeiten, sagt Grubitzsch und nimmt die Entlassungsurkunde entgegen.