OLDENBURG - OLDENBURG/TEHA - Global ist nicht gleich global. Was die Amerikaner gerne als „Global Cities“ bezeichnen, nämlich Städte, von denen aus die Ökonomie ihre weltweiten Kreise zieht, trifft auch auf Zürich zu. Und auch wieder nicht, wie Frank Ritterhoff, Soziologie-Absolvent der Universität Oldenburg, in seiner Diplomarbeit über „Soziale Polarisierung in der Global City Zürich“ nachgewiesen hat. Die Arbeit ist so gut ausgefallen, dass ihr Verfasser mit dem Gerhard-Wachsmann-Preis ausgezeichnet wurde, den die Universitäts-Gesellschaft Oldenburg (UGO) jährlich verleiht.

„Ein spannendes Thema“, befand denn auch UGO-Vorsitzender Dr. Jörg Bleckmann bei der Preisverleihung gestern in der Universität. „Durch Materialfülle, Übersichtlichkeit und Konkretheit bestechend und für eine Diplomarbeit ungewöhnlich anspruchsvoll“, ergänzte Kuratoriumsmitglied Professor Dr. Rolf Schäfer in seiner Laudatio auf den 27 Jahre alten Frank Ritterhoff.

Der hatte in der vom Oldenburger Stadtsoziologieprofessor Dr. Walter Siebel betreuten Arbeit nachgewiesen, dass Zürich zwar viele Merkmale einer großen Banken- und Konzernmetropole aufweist. Die sonst mit ähnlich strukturierten Städten in Verbindung gebrachte Spaltung der Wohnquartiere in „sehr arm“ und „sehr reich“ werde in Zürich jedoch durch die sozialstaatliche Ausrichtung der Schweiz stark abgemildert. Die soziale Polarisierung, so sein Fazit, ist in Zürich nicht so krass, wie man dies erwarten sollte.

Der mit 3000 Euro dotierte Wachsmann-Preis ist nicht die einzige Anerkennung für den sympathischen Jung-Soziologen. Morgen steht die Vertragsunterzeichnung für eine Doktorandenstelle an der TU Berlin an.