OLDENBURG/WILHELMSHAVEN - Der bundesweite Studentenprotest gegen schlechte Studienbedingungen ist – leicht verspätet – nun auch im Oldenburger Land angekommen. Am Donnerstag weitete sich eine zunächst im Hörsaalzentrum der Universität anberaumte Protestveranstaltung zu einem Marsch mit rund 600 Demonstranten durch die Oldenburger Innenstadt aus.

An der Fachhochschule in Wilhelmshaven besetzten rund 150 Studenten den großen Hörsaal. Das dortige Präsidium stellte sich den Fragen der Studenten.

Die Oldenburger Polizei lobte das disziplinierte Verhalten der Demonstranten. „Es gab keine Zwischenfälle“, sagte Einsatzleiter Reinhard Paluch.

Fotos von der Studenten-Demo in Oldenburg

Der Protest richtet sich gegen die nach Ansicht der Studierenden unzumutbaren Bedingungen seit der Umstellung auf das Bachelor-/Mastersystem. „Wir wollen die gleichwertige Anerkennung der Abschlüsse an allen Studienorten im In- und Ausland“, sagt Birgit Oelbermann (Oldenburg). Zugleich fordern die Demonstranten die Abschaffung der Studiengebühren.

Spontan entwickelte sich die Idee, die Kreuzung an der Uni zu besetzen. Als einzelne Lehrveranstaltungen aus Solidarität abgebrochen wurden und Studenten in die Pause gingen, bildete sich ein Demonstrationszug. Die Polizei spricht von 500 Teilnehmern, der Oldenburger AStA geht von 650 Demonstranten aus.

An diesem Sonnabend um 11 Uhr soll am Lefferseck in Oldenburg ein Sitzstreik stattfinden. Zudem wollen die Studierenden einen „offenen Brief“ an die Landesregierung schreiben und weiterhin das Hörsaalzentrum besetzen.

Die Universitätsleitung zeigte Verständnis für die Aktion. „Wir haben den Eindruck, dass unsere Studierenden sehr konstruktiv an die Sache herangehen“, sagte der Vizepräsident für Lehre, Prof. Dr. Mathias Wickleder, der NWZ . Er hatte das Gespräch mit den Demonstranten gesucht und den Studenten deutlich gemacht, dass auch das Universitätspräsidium Defizite bei den Bachelor-Studiengängen ausgemacht habe und entsprechende Korrekturen an der Uni Oldenburg vorbereite.