OLDENBURG - Abschiedsfeiern sind oft durch ein gewisses Maß an Wehmut geprägt. Nicht so die Feier, die am Freitag für Professor Dr. Hans Kaminski in der Aula des Alten Gymnasiums Oldenburg veranstaltet wurde. Schließlich ging es nicht um einen Abschied, sondern um eine Innehalten zwischen zwei Lebensphasen.

Kaminski beendet aus Altersgründen seine Lehrtätigkeit an der Universität Oldenburg – und beginnt mit ganzer Kraft ein neues Leben. Jetzt kann er sich ausschließlich seinem Institut für Ökonomische Bildung widmen und seine große Idee weiter verfolgen: „Wir brauchen in den Schulen ein ausgewogenes Fächerangebot. Das geht nur mit dem Fach Wirtschaft.“

Viele Weggefährten feierten mit Kaminski den Übergang vom Uni-Lehrbetrieb in die neue Aufgabe. Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann, die Professoren Manfred Hübner, Jürgen Appelrath und Uwe Schneidewind sowie EWE-Chef Werner Brinker würdigten Kaminskis Wirken – unter den Gästen auch Vertreter aus Moskau und Nowosibirsk, wo Kaminskis Ideen ebenso wie in Polen und China auf fruchtbaren Boden gefallen sind. In Deutschland gilt der umtriebige Professor ohnehin als Papst der ökonomischen Bildung.

Kaminski selbst zeigte sich bewegt und beeindruckt von den zahlreichen Komplimenten und unterstrich, warum er sich um eine Schulaula für die Feierstunde bemüht habe: „Das Ziel unserer ganzen Arbeit ist die Schule.“

Der in Danzig geborene Wissenschaftler hat seine berufliche Laufbahn als Zollbeamter begonnen und wurde Lehrer, bevor er dann Wirtschaftswissenschaften studierte und die Hochschullaufbahn einschlug. Über Paderborn, Kassel und Hamburg kam er 1980 nach Oldenburg, wo er feste Wurzeln schlug.