OLDENBURG - OLDENBURG/LS - Die Pläne von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU), ein Zentrum für Energieforschung an der TU Clausthal-Zellerfeld einzurichten, sind auf scharfe Kritik der Stadt Oldenburg gestoßen. Diese Entscheidung konterkariere die Bemühungen in der Weser-Ems-Region um einen Ausbau der Aktivitäten im Energiesektor in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beispielsweise durch die Verwirklichung eines Kompetenzzentrums „Zukünftige Energieversorgung", erklärte Oberbürgermeister Dietmar Schütz (SPD). Der Nordwesten sei ohnehin bei der Vergabe von Forschungsmitteln durch das Land stets benachteiligt worden – Stratmanns Plan passe „in diese ungute Tradition".
Das Energie-Forschungszentrum an der TU Clausthal soll sich unter anderem mit den Themen Energiespeicherung, Energieprozesse, Energiemanagement und Grundlagen neuer Energietechnologien befassen. Gerade in diesen Bereichen gibt es nach Angaben von Schütz in Weser-Ems und vor allem in der Stadt Oldenburg besondere Stärken im Bereich Wirtschaft und Wissenschaft, die jetzt noch wirtschaftsorientierter vernetzt und ausgebaut werden sollen. Ein vom Land gefördertes neues Energie-Forschungszentrum in Südniedersachsen würde eine „Schwächung der Energieregion Weser-Ems“ bedeuten – in wissenschaftlicher wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
Weser-Ems verfügt nicht nur über international anerkannte Energie-Kompetenzen, erklärte Schütz, zudem ist dieser Bereich von großer wirtschaftlicher und beschäftigungswirksamer Bedeutung. In der Energiewirtschaft habe ein Transformationsprozess begonnen, der gerade hierzulande weitere hervorragende Wachstumschancen biete.
Stratmann wies die Vorwürfe von Schütz zurück. Die Universität Oldenburg sei mit dem Forschungsinstitut Offis an dem Fiorschungsverbund beteiligt. „Die Universität Oldenburg wird in diesem Verbund zu Fragen der Energieversorgungstechnik und des Energiemanagements forschen" erklärte Stratmann. Der Verbund umfasse bis zum Jahr 2009 ein Gesamtfördervolumen von 5,2 Millionen Euro.
