OSNABRüCK - In der Aus- und Weiterbildung von Staatsanwälten sollte nach Ansicht des Osnabrücker Rechtswissenschaftlers Ralf Krack mehr Wert auf Wirtschaftskompetenz gelegt werden. Zwar gebe es vereinzelt – wie an der Universität Osnabrück – verpflichtende wirtschaftswissenschaftliche Lehrangebote. Das reiche aber nicht aus, sagte Krack.
Ein Problem sei zudem, dass die Anklagebehörden bei kleineren Wirtschaftsprozessen oft aus personellen Gründen kaum auf Wirtschaftsfachreferenten zurückgreifen könnten. „Es fehlt oft am Geld“, sagte Krack. Wegen der mangelnden Ausstattung verzögerten sich oft auch Prozesse.
Eine Folge der für die Staatsanwälte schwierigen Beweisaufnahme sei dadurch, dass es oft zu Absprachen unter den Verfahrensbeteiligten komme, um langwierige Prozesse abzukürzen. „Da sitzen sozusagen alle in einem Boot: Der Richter, der Staatsanwalt, und der Angeklagte“, sagte Krack. Die Gefahr, dass es dadurch zu unangemessen niedrigen Strafen komme, bestehe. „Wenn ein Jurist Bilanzen lesen könnte, würde das helfen.“
