OSNABRÜCK - In Deutschland sollte es nach Ansicht der
Osnabrücker Fachhochschul-Professorin Friederike zu Sayn-Wittgenstein
mehr Studienmöglichkeiten für Hebammen geben. Was das betrifft, sind
wir europaweit im Moment Schlusslicht, sagte Sayn-Wittgenstein in Osnabrück. Sie
leitet Deutschlands ersten Hebammen-Studiengang, der zum
Wintersemester an der Fachhochschule (FH) Osnabrück eingerichtet
wurde. Die FH kooperiert dazu mit Hebammenschulen. Die Schülerinnen können
in der zweiten Ausbildungshälfte ein Studium beginnen und schließen
mit einem Bachelor-Abschluss ab.
Verschiedene Gründe machen es nach Ansicht von Sayn-Wittgenstein
notwendig, die Hebammen-Ausbildung zu akademisieren. Die
Anforderungen an den Beruf haben sich gewandelt. Beispielsweise
trage die derzeitige Ausbildungspraxis kaum den Tätigkeiten der
Geburtshelferinnen außerhalb der Krankenhäuser Rechnung. Auch die Tendenz, dass sich viele Hebammen als
Freiberuflerinnen niederlassen wollen, werde von der jetzigen
Ausbildungspraxis nicht erfasst.
Ein Nachteil sei es auch, dass es im Hebammen-Wesen derzeit keine
aufeinander aufbauenden und sich anschließende Bildungsangebote gebe,
sagte Sayn-Wittgenstein. Es gebe zwar Stellenangebote für leitende
Hebammen an großen Kliniken, aber kaum entsprechende anerkannte
Qualifikationsmöglichkeiten.
Gespräch: Elmar Stephan, dpa
ÄFachhochschuleÜ: Caprivistraße, Osnabrück
dpa eks yyni a3 op
