OVELGöNNE - OVELGÖNNE - In der Turnhalle der Grundschule Ovelgönne geht es laut zu. Hier werden die Mädchen von Petra Schmidt an die Selbstverteidigung „Wen-Do“ herangeführt. Ruhe und Entspannung prägt das Geschehen bei den Jungen. Im Unterrichtsraum hocken sie über Arbeitsblättern. Trotz der scheinbaren Gegensätze verfolgen beide Gruppen das gleiche Ziel – Gewaltprävention.

Wen-Do, eine speziell für Mädchen entwickelte Form der Selbstverteidigung, geht zunächst von der Vermeidung der Eskalation aus. Sollten diese Mittel nicht zum gewünschten Erfolg führen, wechselt das Mädchen von der „Friedens-“ in die „Kampfhaltung“, unterstützt durch entschlossenen Gesichtsausdruck und scharfen Umgangston. Spätestens jetzt merkt der „Täter“, das sein Gegenüber sehr wohl weiß, was Sache ist und das hat in aller Regel schon abschreckende Wirkung. Wenn auch das nicht hilft, bekommt er an empfindlichen Körperstellen zu spüren, zu was ein kleines Mädchen fähig sein kann.

Das Konzept für die Jungen geht nach Auskunft von Diplom-Sozialwissenschaftler Jens Brodauf von einem anderen Ansatz aus. Sie sollen „ein anderes Männerbild erfahren“, eines, das von Gefühlen und Bedürfnissen geprägt ist. Jungen kennen Berührungen oft nur vom Raufen oder von „Hahnenkämpfen“ her. Sanfte Berührungen gelten als unmännlich. Aber abseits der Mädchen und mit einem Mann als Trainer funktioniere auch das.

Für Schulleiter Lutz Merker hat Prävention einen hohen Stellenwert im Schulkonzept. Das Angebot konnte erstmals mit Zustimmung der Eltern in die Vormittagsstunden verlegt werden. Die Projektstunden wurden so gewählt, das alle Fächer gleichmäßig davon betroffen waren. Bei den Kindern kommt das Projekt sehr gut an.