PETERSFEHN - – 121 088 Euro für wohltätige Zwecke – mit dieser Rekordsumme verabschiedet sich das Ehepaar Hanna und Frerich Siwek aus Petersfehn in den wohlverdienten „Ruhestand“. Innerhalb von siebzehn Jahren hat das Duo die Spendengelder gesammelt; 116 000 Euro davon kamen dem Elisabeth-Kinderkrankenhaus in Oldenburg-Kreyenbrück zugute.

Ihr Motto „Auch wir wollen helfen“ entstand vor einem ernsten Hintergrund. Ihre Enkelin war an Leukämie gestorben. Der Krankenhausaufenthalt des Kindes erschütterte Frerich und Hanna Siwek tief. Nicht nur die Krankheit selbst, die Angst um das Kind, sondern auch fehlende Abwechslung und Unterhaltung im Krankenhausalltag setzten den Großeltern zu.

„Es gab zum Teil nicht einmal mobile Telefone, mit denen die ans Bett gefesselten Kinder mit ihren Eltern sprechen konnten“, berichtet Frerich Siwek. Um die Situation für Erkrankte und Angehörige zu verbessern, fasste das Paar den Entschluss, sich zu engagieren und Geld zu sammeln. „Medizinisch konnten wir nichts tun, aber das Umfeld können wir verbessern“, sagt Siwek.

Zunächst mit dem Petersfehner Kaninchenzuchtverein, später nur noch zu zweit besuchten die Siveks mit ihrem Streichelzoo und dem transportablen Brutkasten Kindergärten, Schulen und Ausstellungen. Die niedlichen Kaninchen und süßen Küken, denen man im Brutkasten beim Schlüpfen zusehen konnte, erfreuten sich schnell großer Beliebtheit.

Vertreter zahlreiche Schulen sprachen persönlich vor, um Frerich Siwek in ihre Einrichtungen einzuladen. Der 79-Jährige kam gerne und erläuterte Kindern geduldig die Besonderheiten der Kleinnager und der flauschigen Ei-Lieferanten. Die Kosten und den persönlichen Einsatz trug das Ehepaar Siwek selbst. Die erbetenen Spenden für die Aktionen kamen in vollem Umfang Kinderkrankenhäusern zu Gute.

Doch diese Zeiten sind nun fast vorbei. Zumindest der Streichelzoo gehört der Vergangenheit an. „Ich war immer gerne unterwegs, aber jetzt geht es nicht mehr“, bedauert Frerich Siwek. Eigentlich habe er bereits vor einiger Zeit beschlossen, kürzer zu treten, nun zwinge seine und die Gesundheit seiner Frau ihn dazu, es wirklich zu tun.

„Der Zoo wird einfach zu anstrengend. Wir sind ja nur zu zweit und der Auf- und Abbau sowie die ständige Präsenz vor Ort – das schaffen wir einfach nicht mehr.“ Vorstellen kann sich der Petersfehner jedoch, den Zoo mit Kaninchen und Ziegen „zu vererben“, aber bisher wurde kein Interessent gefunden. „Ich würde die Tiere stellen. Aber um alles andere müsste sich jemand anderes kümmern“, so Siwek.

Viele Kinder, Eltern und Vertreter des Kinderkrankenhauses bedauern den Rückzug des Ehepaares. „Wir sind Hanna und Frerich Siwek zu großem Dank verpflichtet“, sagte unlängst Prof. Dr. Christoph Korenke, Direktor der Kreyenbrücker Kinderklinik. „Sie haben unter hohem persönlichen Einsatz geholfen.“ Siweks seien Teil der Krankenhausgeschichte, sie hätten Spuren der Freude hinterlassen.